Öl-Skandal in Südchinas Küchen

von Jana Kötter, 9. September 2014

 

Ekel-Öl – recycelt aus Küchenabfällen, Nebenprodukten der Lederherstellung und Abfall von Schlachthäusern. Mindestens 240 Tonnen davon soll ein Lieferant aus Taiwan in Umlauf gebracht haben. Pünktlich zum Mondfest wird damit eine neue Dimension des Öl-Skandals im Süden Chinas deutlich.

 

Süße Brötchen und gefüllte Klöße sind jetzt, zum Mondfest, neben den traditionellen Mondkuchen ein Muss. Sie komplettieren die Festtafel, an der sich die Familie trifft und gemeinsam schlemmt – oder eben auch nicht. Denn pünktlich zu den andauernden Feierlichkeiten wurde nun bekannt, dass  ein Lieferant aus Taiwan verunreinigtes Öl in Umlauf gebracht hat.

 

Dieses bereits verwendete Öl wurde „recycelt“ und, gemeinsam mit Abfällen aus der Lederproduktion und Schlachthäusern, wieder verkauft.

In Hong Kong haben die staatlichen Behörden deshalb zahlreiche Lebensmittel aus den Regalen gezogen. In den 46 Proben seien jedoch keinerlei verdächtige Inhaltsstoffe gefunden worden, schreibt die South China Morning Post (SCMP).

 

Schlimmer könnte es in Taiwan aussehen: Hier sollen 900 Restaurants und Gastronomiebetriebe beliefert worden sein. Und auch in der autonomen Sonderhandelsregion Macau wurden durch einen Zwischenhändler 21 Bäckereien und andere verarbeitende Betriebe mit dem Ekel-Öl beliefert. Sie sollen laut SCMP rund 1000 Eimer des verunreinigten Öls auf Lager haben; die Behörden haben bereits ein offizielles Verwendungsverbot ausgesprochen.

 

Nichtsdestotrotz: Seit Bekanntwerden sind die betroffenen Regionen, vornehmlich Hong Kong und Macau, von einem neuen Lebensmittel-Skandal und damit einhergehender Angstwelle erfasst. Schon wieder – denn erst im Juli machte der Skandal um Ekel-Fleisch Schlagzeilen, McDonald’s hatte dabei eine Zeit lang jegliche Fleischgerichte von der Speisekarte genommen.

 

Die Folge: Ein wachsender Hunger nach westlichen Lebensmitteln. Diejenigen, die es sich leisten können, greifen bereits jetzt vermehr zu den Importen. Und dann stehen auch zum traditionellen Familienfest eben lieber amerikanische und europäische Süßwaren auf der Festtafel.

 

 

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