31 Tote bei Anschlag in Ürümqi

von Jana Kötter, 22. Mai 2014

 

Bei einem Anschlag in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina sind heute mindestens 31 Menschen getötet und mehr als 90 verletzt worden. Es war der größte Anschlag seit Jahren.

 

Sie fahren mit Autos auf einen Gemüsemarkt in Ürümqui, wo an diesem Morgen vor allem alte Menschen ihre Wocheneinkäufe erledigen. Dann werfen die Unbekannten Sprengsätze – und töten damit mehr als 30 Menschen in der Hauptstadt der autonomen Region Xinjiang.

 

Die genauen Hintergründe sind bisher nicht bekannt, doch Xinjiang gilt wegen der Spannungen zwischen der muslimischen Minderheit der Uiguren und den Han-Chinesen seit Langem als Unruheherd. So hat das chinesische Ministerium für Öffentliche Sicherheit den Angriff in der Provinzhauptstadt Ürümqi laut Nachrichtenagentur Reuters unmittelbar nach der Tat als "brutalen Terroranschlag" bezeichnet.

 

Erst vor drei Wochen hatte es auf einem Bahnhof in Ürümqi einen Anschlag gegeben, bei dem drei Menschen getötet und 79 Menschen verletzt wurden. Es war der dritte Anschlag seit März, der an einem chinesischen Bahnhof verübt wurde.

 

Mindestens 31 Menschen starben heute, mehr als 90 wurden zum Teil schwer verletzt. Augenzeugen berichteten in den sozialen Medien, dass es sich bei den Opfern vor allem um ältere Menschen aus der Stadt handelt. Nach dem Anschlag waren auf Bildern im chinesischen Internet zahlreiche Menschen blutend auf dem Boden liegend zu sehen. Die Gemüsestände waren von der Wucht der Explosionen umgeworfen worden, im Hintergrund war ein Feuer zu sehen.

 

Erst gestern hatte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping erneut zum energischen Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen. Auf einem Gipfel in Shanghai forderte der Präsident ein Vorgehen gegen die "drei bösen Kräfte" Separatismus, Extremismus und Terrorismus. In seiner "Antiterror-Kampagne" sind in Xinjiang in den vergangenen Wochen mehr als 200 Menschen festgenommen worden.

 

 

Zurück zum China-Blog

Glückskeks der Woche

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir für immer.

Konfuzius

Keinen Blog-Beitrag mehr verpassen:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jana Kötter 2014