36 Tote bei Silvester-Massenpanik in Shanghai

von Jana Kötter, 5. Januar 2015

 

In Schanghai ist es in der Silvesternacht zu einer Tragödie gekommen, bei der mehrere Dutzend Menschen starben. Über den Grund für die Massenpanik herrschten zunächst Gerüchte.

 

Frohes neues Jahr! – Für die Besucher einer Silvesterparty in Schanghai müssen diese Wünsche in diesen Tagen wie purer Hohn klingen. Denn bei einem Massengedränge sind dort in der Neujahrsnacht 36 Menschen gestorben, 47 weitere wurden verletzt. Für ihre Angehörigen, aber auch die zahlreichen anderen Besucher der Party ist das Ende dieser Nacht noch immer unfassbar.

 

Die Katastrophe begann 25 Minuten vor dem Jahreswechsel: Hunderttausende hatten sich am Bund, der berühmten historischen Uferpromenade der Metropole, versammelt, um in das neue Jahr zu feiern. Sie kamen kaum vorwärts, schoben sich gegenseitig hin und her – als plötzlich ein Massengedränge ausbrach.

 

Zunächst wurden falsche Geldscheine, die ein Club aus einem Fenster geworfen hatte, als Grund für die Massenpanik gehandelt. Die Leute hätten "da wird Geld geworfen" gerufen, berichteten Augenzeugen laut ersten chinesischen Medienberichten. Weil alle zu dem vermeintlichen Geldsegen wollten, soll die Panik ausgebrochen sein. Fotos zeigten auf dem Boden liegende, nachgemachte Scheine mit dem Aufdruck "Neujahr 2015" und dem Namen des berühmten Nachtklubs "M18".

 

Präsident Xi Jinping ordnete eine sofortige Untersuchung des Unglücks an. Er rief zu verstärkten Sicherheitsvorkehrungen auf, damit sich eine solche Tragödie nicht wiederholen könne.

 

Nur einen Tag nach der Silvester-Massenpanik, am 2. Januar, hat die chinesische Polizei die Berichte, dass das Unglück durch aus einem Fenster geworfene "Dollar"-Gutscheine ausgelöst wurde, dann zurückgewiesen. Ausgewertete Überwachungskameras zeigten ganz deutlich, dass die Gutscheine erst zwölf Minuten nach der Panik mit 36 Toten auf die Straße geworfen wurden, erklärte die Behörde der chinesischen Wirtschaftsmetropole. Außerdem stehe das Gebäude, aus dem die Werbezettel geworfen wurden, 60 Meter vom Unglücksort entfernt.

 

Am Unglücksort legten währenddessen zahlreiche Menschen Blumen in der chinesischen Trauerfarbe Weiß nieder, um der Opfer zu gedenken. Laut einer vorläufigen Liste waren sie zwischen zwölf und 37 Jahren alt, die meisten von ihnen erst Anfang 20.

 

 

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