Beulenpest: 30.000 Menschen unter Quarantäne

von Jana Kötter, 23. Juli 2014

 

Die Beulenpest: Viele kennen sie nur aus dem Geschichtsbuch, doch völlig ausgerottet ist die Beulenpest bis heute nicht. In der Provinz Gansu ist nun ein Mann an der hochansteckenden Infektionskrankheit gestorben, rund 30.000 Menschen dürfen ihre Heimat nicht verlassen.

 

Die historische Altstadt und die Innenstadt von Yumen sind in diesen Tagen völlig abgeriegelt, keiner der rund 30.000 Menschen darf Kontakt zur Außenwelt haben. Sie dürfen ihre Heimat in der nordwestlichen Provinz Gansu auch heute nicht wieder verlassen – aus Angst, dass sie die Erreger einer tödlichen, hoch ansteckenden Krankheit mit sich nehmen. Das berichtete das Staatsfernsehen China Central Television. Demnach ist es allen Menschen, Fahrzeugen, Fahrrädern und anderen Gegenständen verboten, bestimmte Teile der Stadt zu verlassen und die anschließende Nachbarstadt Chijin zu besuchen.

 

Denn hier hat der Mann gelebt und sich angesteckt, der vergangene Woche an der Beulenpest starb. Nach seinem Tod in einem Krankenhaus in Yumen hatte die Polizei sofort die Quarantänemaßnahmen eingeleitet.

 

Viele halten die Beulenpest für längst ausgerottet und assoziieren mit ihr sofort das Mittelalter. Mitte des 14. Jahrhunderts löschte das Bakterium Yersinia pestis rund ein Drittel der Bevölkerung Europas aus. Innerhalb von nur fünf Jahren tötete es damals knapp 30 Millionen Menschen. 

 

Längst haben bessere hygienische Verhältnisse, die Entdeckung von Antibiotika und das Wissen darum, wie der Erreger von Nagetieren meist über Flöhe auf Menschen übertragen wird, die Pest zurückgedrängt. In Europa und Australien kommt sie nicht mehr vor. Doch vereinzelt tritt die Beulenpest in Asien, Afrika und Amerika bis heute auf – so wie nun in Yumen.

 

Wie genau sich der Mann an der Infektionskrankheit angesteckt hat, ist unklar. Bekannte sagten, er habe wenige Tage zuvor ein totes Murmeltier für seinen Hund zerschnitten – und kurz darauf hohes Fieber bekommen.

 

Die Leiche des 38-Jährigen wurde unter strengen Sicherheitsvorgaben eingeäschert, da die Infektion auch nach dem Tod noch hochansteckend ist. 150 Menschen, die mit dem Verstorbenen in Berührung kamen und in der unmittelbaren Nachbarschaft gelebt haben, wurden unter beobachtete Quarantäne gestellt, die 30.000 Bewohner bestimmter Stadtteile in vier Quarantäne-Zonen eingeteilt und mit Polizeiabsperrungen am Verlassen der Heimat gehindert. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat die Stadt 1 Million Yuan (120.000 Euro) für Notimpfungen bereitgestellt.

 

Die neuntägige Quarantänefrist endet laut South China Morning Post heute. Bisher seien keine weiteren Fälle bekannt geworden.

 

 

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