Briten werben um chinesische Touristen

von Jana Kötter, 15. Dezember 2014

 

Mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern lässt China nicht nur die Augen von Geschäftsmännern leuchten, die einen neuen Absatzmarkt suchen. Auch Tourismus-Behörden konzentrieren sich verstärkt auf das Reich der Mitte – denn Chinas neue Mittelschicht ist verrückt nach Europa.

 

Reisen ins Ausland, und ganz besonders nach Europa, waren in China lange Tabu. Abgeschottet von westlichen Ideen, lebte man im Reich der Mitte, ohne dass eine Ausreise finanziell möglich, geschweige denn erlaubt, gewesen wäre. Doch diese Zeiten sind vorbei.

 

Chinas Mittelschicht wächst – und damit nicht nur die Zahl der Reichen, der Autos und der großen Wohnungen, sondern auch die der Auslandsreisen. Nach Schätzung der EU-Kommission nimmt die Zahl der ins Ausland reisenden Chinesen um rund 13 Prozent pro Jahr zu. Ihr Lieblingsziel: Europa.

 

Vielerorts bereitet man sich darauf vor, bedeuten die Massen neuer Touristen doch vor allem eines: großes Potenzial. In Frankfurt, dem Shopping-Paradies schlechthin, geben chinesische Touristen während ihres Urlaubs rund 850 Euro aus. Das sagt eine Studie des Finanzdienstleisters Global Blue. Zum Vergleich: Andere Nationen lassen lediglich rund 300 Euro hier.

 

In Deutschland richtet man sich darauf seit Jahren ein. In vielen Markengeschäften der Frankfurter Goethestraße gibt es chinesischsprachiges Personal, das Land Hessen hat jüngst eine Tourismus-Webseite auf chinesisch online gestellt.

 

Und auch in Großbritannien will man chinesische Touristen anlocken. Der Big Ben heißt bereits "Da Ben Zhong", der Buckingham-Palast "Bai Jin Han Gong". Um zukünftig noch mehr Touristen zu gewinnen, sucht Großbritannien nun aber noch weitere chinesische Namen für Attraktionen. 101 bisher auf Chinesisch namenlose Sehenswürdigkeiten sollen eine Bezeichnung bekommen in der Kampagne, die mit Unterstützung des Innenministeriums am Freitag begonnen hat. Das berichtet Spiegel Online.

 

"VisitBritain lädt die chinesischen Verbraucher ein, für einige von Großbritanniens meistgeliebte Attraktionen passende, amüsante und erinnerungswürdige Namen auf Chinesisch zu finden", heißt es auf der Webseite der britischen Tourismusbehörde. Die 1,6 Millionen Pfund (rund 2 Millionen Euro) teure Aktion wurde auf chinesischen Social-Media-Plattformen bekannt gemacht.

 

Die 101 Plätze, Menschen und Sehenswürdigkeiten werden nach und nach ausgeschrieben, auf der ersten Liste stehen Attraktionen mit Bezug zum Königshaus wie der Kensington Palace. Dazu das sagenhafte Seemonster Nessie, das schottische Nationalgericht Haggis, die Beefeaters und der Stilton-Käse.

 

"Wir wollen", so VisitBritain, „dass ganz China über Großbritannien spricht.“ 

 

 

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