Chengdu hofft auf Architekturpreis

von Jana Kötter, 16. September 2014

 

Welches Land darf bei einem Hochhaus-Wettbewerb auf gar keinen Fall fehlen? Richtig, China. Elf der 20 höchsten Gebäude der Welt stehen im Reich der Mitte, und in vielen Städten gibt es derzeit nur eine Richtung – nach oben.

 

Kein Wunder also, dass China noch dabei ist, wenn der Internationale Hochhaus-Preis (IHP) 2014 in seine entscheidende Runde geht. Fünf Häuser hat die Jury in die Endrunde gewählt, die Auszeichnung ist mit 50 000 Euro dotiert und wird am 19. November von der Stadt Frankfurt zusammen mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der DekaBank in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

 

Und wer sind sie nun, die Finalisten? Das „Bosco Verticale“ in Mailand/Italien, „De Rotterdam“ in Rotterdam/Niederlande, das Haus „One Central Park“ in Sydney/Australien, das „Renaissance Barcelona Fira Hotel“ in Barcelona/Spanien und der „Sliced Porosity Block“ in Raffles City, Chengdu/China. Die diesjährigen fünf Finalisten wurden unter 26 Nominierten aus 17 Ländern ausgewählt.

 

Entworfen wurde das Werk in der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan vom Architekturbüro Steven Holl Architects in New York. Bei der Formfindung des „Sliced Porosity Block“ haben die Architekten eher an einen öffentlichen Stadtraum als an einen typischen Wolkenkratzer gedacht. „Scheiben“ und „Porosität“, die zwei charakteristischen Wörter für das Aussehen des im November 2012 fertiggestellten Gebäudes, stecken dabei schon im Namen.

 

Und all die Löcher im "porösen" Gebäude haben durchaus einen Nutzen: Damit das städtische Umfeld genügend Sonnenlicht abbekommt, wurden präzise geometrische Winkel in den Baukörper geschnitten. Auf drei Ebenen befinden sich in dem rund 280.000 Quadratmeter großen Baukörper Plätze mit Wassergärten, die verschiedenen Zeitdefinitionen gewidmet sind: Der Brunnen des chinesischen Kalenders, der Brunnen der zwölf Monate und der Brunnen der dreißig Tage. Die drei Wasserbecken fungieren zudem als Oberlichter für das darunter liegende sechsgeschossige Shopping Center. 

 

Das futuristische und vor allem funktionale Design soll nun helfen, den IHP nach Chengdu zu tragen. Er gilt als der weltweit wichtigste Architekturpreis für Hochhäuser.

 

Der IHP richtet sich an Architekten und Bauherren, deren Gebäude mindestens 100 Meter hoch sind und in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellt wurden. Die Jury besteht aus Architekten, Tragwerksplanern, Immobilienspezialisten und Architekturkritikern. Sie beurteilt die nominierten Projekte nach folgenden Kriterien: zukunftsweisende Gestaltung, Funktionalität, innovative Bautechnik, städtebauliche Einbindung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.

 

 

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