China evakuiert Landsleute aus Vietnam

von Jana Kötter, 19. Mai 2014

Die antichinesischen Proteste in Vietnam fanden auch am Wochenende keine Ruhe. Zwei Menschen sind bereits gestorben, die Regierung in Peking evakuiert tausende ihrer Landsleute.


Die Lage in Vietnam spitzt sich weiter zu. Zwar sind die antichinesischen Proteste in der Hauptstadt Hanoi aufgrund starker Polizeipräsenz etwas abgeebbt, hier und dort ist jedoch immer wieder Gewalt aufgeflammt.


Die chinesische Regierung hat währenddessen begonnen, ihre Landsleute zu evakuieren: 16 schwer verletzte Chinesen wurden mit einem Sonderflug in die Heimat gebracht, weitere 3000 Landsleute sollen darüber hinaus in Sicherheit gebracht worden sein, melden verschiedene Medien. Aus der Hafenstadt Haikou starteten am Sonntag fünf Schiffe, die weitere Chinesen aus Vietnam holen sollten. Die ersten zwei seien bereits angekommen, meldete Xinhua heute früh.


Die Regierung in Peking habe zudem eine Reisewarnung für Vietnam herausgegeben, die ersten großen Reiseveranstalter hätten ihre Touren nach Hanoi bereits abgesagt.


Seit fast einer Woche halten die antichinesischen Proteste in Vietnam bereits an. Hintergrund ist der Streit um Inseln im Südchinesischen Meer, die sowohl China als auch andere Anrainerstaaten für sich beanspruchen. Aus Wut über eine chinesische Ölplattform vor der Küste Vietnams hatten Demonstranten Hunderte chinesische Fabriken gestürmt und teilweise niedergebrannt. Bei den Unruhen wurden bisher zwei Menschen getötet und etwa 200 weitere verletzt. Zwischenzeitlich wurde ein Arzt zitiert, der sogar von 21 Toten sprach.


In Vietnam hat die Polizeikontrolle stark zugenommen, um eine weitere Ausbreitung der Proteste zu verhindern. Premierminister Nguyen Tan Dung hatte bereits per SMS dazu aufgerufen, sich nicht an den illegalen Protesten zu beteiligen. In Ho Chi Minh City hat die Polizei außerdem zahlreiche der hunderte Demonstranten, die sich nahe der Chinesischen Botschaft versammelten, weggetragen. Insgesamt seien laut vietnamesischer Regierung rund 300 Menschen festgenommen worden.


Auch außerhalb Vietnams kam es am Wochenende vielerorts zu Protestbekundungen, beispielsweise vor der chinesischen Botschaft im amerikanischen Houston. Jedoch wurden außerhalb Asiens keine Fälle von Gewalt oder Vandalismus bekannt.

 

 

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