China graut es vor dem Jahr des Schafes

von Jana Kötter, 16. Februar 2015

 

China bereitet sich auf das neue Jahr vor: Am Donnerstag startet das Reich der Mitte nach dem Mondkalender in das Jahr des Schafes – doch das hat Imageprobleme. Und so haben vor allem die Entbindungsstationen des Landes allerhand zu tun.

 

Das chinesische Wort „Yang“ bezeichnet sowohl Schafe als auch Ziegen – welch ein Glück! Denn für besonders abergläubische Menschen ist das die Rettung. Sie verneinen vehement den Start in das Jahr des Schafs, das am Donnerstag nach dem chinesischen Mondkalender anbricht, und feiern stattdessen das Jahr der Ziege.

 

Es klingt unglaublich, doch das Schaf hat im Reich der Mitte eben ein enormes Imageproblem. Nach den traditionellen Tierkreiszeichen sind Schafe zwar zahm und zutraulich, aber kreativlos und antrieblos. Und eine in China weit verbreitete Redensart besagt: „Neun von zehn Schafen werden ein unglückliches Leben führen.“

 

Alle zwölf Jahre tritt der Mond laut chinesischem Kalender in das achte Tierkreiszeichen, das Schaf, ein – eine Katastrophe, wenn man junge Familiengründer in China fragt. Viele achten penibelst auf ihre Verhütung, damit das Kind bloß kein Schaf wird. Und andere rennen sogleich in die Klinik, um ihr Kind noch vor dem 19. Februar entbinden zu lassen.

 

Viele werdende Eltern drängen sogar auf einen Kaiserschnitt, geburtseinleitende Maßnahmen sind quasi an der Tagesordnung. In den vergangenen Wochen war die Zahl der Geburten in den Provinzen Liaoning, Shangdong und Gansu bereits deutlich gestiegen, wie die Zeitung „Global Times“ berichtete.

 

Aber es sind nicht nur werdende Eltern, die mit Sorge auf die kommenden zwölf Monate schauen. Auch Chinas Wahrsager erwarten eine schwierige Zeit. In den vergangenen beiden Schafsjahren 1991 und 2003 hatten zuerst in Kuwait und später im Irak Kriege im Nahen Osten angefangen. „Mit der Gefahr durch die [Terrorgruppe] IS im Irak und Syrien wäre es nicht überraschend, wenn 2015 ein weiterer Golfkrieg ausbrechen würde“, zitiert die Nachrichtenagentur dpa den bekannten Feng-Shui-Meister Raymond Lo aus Hongkong.

 

 

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