Das Rätsel um Flug MH370

von Jana Kötter, 12. März 2014

Kuala Lumpur – Peking: Mindestens zwei Mal am Tag wird diese Strecke für gewöhnlich geflogen, nach ziemlich genau sechs Stunden kommen die Insassen an ihrem Ziel an. Nicht jedoch jene des Flugs MH370. Denn sie sind nie an ihrem Ziel, in der chinesischen Hauptstadt, gelandet.


Fünf Tage ist das Verschwinden der Boeing 777-200 nun her. "Es ist ein Mysterium ohne Beispiel", sagte der Chef von Malaysias Luftfahrtbehörde. Von der Maschine fehlt jede Spur, Wrackteile wurden bis heute keine gefunden, die Suche läuft weiter fieberhaft. Die Angehörigen der 239 Insassen warten noch immer auf Klarheit – auch wenn sie bereits heute realisieren, dass ihre Freunde und Verwandten wohl nie mehr ankommen werden.


Malaysias Militär soll die letzten Signale der Maschine angeblich über der Straße von Malakka registriert haben, also in entgegengesetzter Richtung der geplanten Route von Kuala Lumpur nach Peking. Es ist die neuste Nachricht aus Asien. Doch offiziell bestätigt ist sie noch nicht – und damit könnte die Meldung lediglich eine der zahlreichen Spekulationen sein, die den Absturz der Maschine umranken.

 

Eine Ölspur im Meer, die als heiße Spur für die Maschine gehandelt wurde, stammte letztlich nicht von der verschwundenen Boeing. Schnell wurde von Terror gesprochen, mittlerweile sind damit alle Beteiligten vorsichtiger geworden.


Als bekannt wurde, dass sich zwei Männer mit gestohlenen Pässen an Bord befanden, schien der Fall –zumindest in den Augen der spekulierenden Netzgemeinde- bereits gelöst: ein Anschlag. Ein „asiatisches Aussehen“ hätten die zwei Unbekannten, die mit den Pässen eines Australiers und eines Österreichers unterwegs waren, gehabt: Sie müssten folglich Uiguren sein, die es nach dem Kunming-Massaker nun erneut auf Chinesen abgesehen haben.


Mittlerweile steht fest: Die Passagiere mit falscher Identität wollten offenbar lediglich nach Europa auswandern. Einer der beiden ist ein 19-jähriger Iraner, der wohl zu seiner Mutter nach Frankfurt wollte. Die malaysische Polizei steht angeblich in Kontakt mit der Frau. Demnach erwartete sie ihren Sohn.


"Je mehr Informationen wir bekommen, desto mehr neigen wir zum Schluss, dass es sich nicht um einen terroristischen Vorfall handelt", zitiert Spiegel Online Ronald Noble, den Generalsekretär von Interpol. Die CIA hingegen schließe einen Anschlag nach wie vor nicht aus.


Für China ist das Unglück in jedem Fall besonders tragisch. Denn 153 der 239 Insassen waren Chinesen. Staats- und Parteichef Xi Jinping kündigte deshalb eine umfassende Hilfsaktion nach dem Zwischenfall an. Alle zuständigen Ministerien und Rettungskräfte würden alarmiert, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte. Helfer aus neun Ländern beteiligen sich an der Suche nach Trümmern, China ist ganz vorne dabei.

 

So waren es auch chinesische Helfer, die heute früh Teile der Boeing gefunden haben sollen. Bis jetzt ist auch das jedoch noch nicht bestätigt – so wie kaum eines all der herbeigesehnten Puzzleteile, die bis heute gefunden wurden. Schmerzlich führt die verzweifelte Suche so vor Augen, dass auch Radar, Satelliten und die modernsten Instrumente nicht immer helfen können. Was an Tag fünf bleibt, ist lediglich die Hoffnung, dass das Rätsel bald gelüftet wird – und dann auch für die Angehörigen der 239 Insassen Klarheit herrscht.

 

 

Zurück zum China-Blog

Glückskeks der Woche

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir für immer.

Konfuzius

Keinen Blog-Beitrag mehr verpassen:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jana Kötter 2014