Demonstranten in Hong Kong beugen sich

von Jana Kötter, 6. Oktober 2014

 

Das Ultimatum der Regierung zeigt Wirkung: Die Demonstranten in Hongkong haben ihre Blockade abgebaut, viele Straßen sind wieder frei, Regierungsgebäude erreichbar. Doch wenige hundert Menschen protestieren weiter.

 

Die protestierenden Studenten in Hongkong haben sich dem Druck der Regierung gebeugt, ihre Zusage erfüllt und die Blockaden im Regierungsviertel teilweise aufgehoben. Ungehindert konnten Regierungsbeamte am Montagmorgen erstmals an den Demonstranten vorbei zur Arbeit gehen. Auch Mittelschulen in dem Gebiet sind Medienberichten zufolge wieder geöffnet.

 

Damit kehrt wieder etwas Normalität in die asiatische Finanz- und Wirtschaftsmetropole ein.

 

In den Tagen zuvor war die Bereitschaftspolizei mehrfach mit Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen. Am Freitag hatte Verwaltungschef Leung Chun Ying 3000 Beamte nach Hause schicken müssen, weil ihre Büros von Demonstranten belagert wurden. Die Polizei nahm am Wochenende nach eigenen Angaben 31 Personen fest. 165 Menschen seien verletzt worden, berichtete die Krankenhausverwaltung.

 

Nun wollen die Demonstranten der "Occupy Central"-Bewegung weitere Konfrontationen mit den Sicherheitskräften vermeiden. Leung hatte sie ultimativ aufgefordert, bis Montagfrüh zumindest einen Teil der Barrikaden abzubauen. Leung hatte vor einer Eskalation gewarnt und die Entschlossenheit bekräftigt, "alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die soziale Ordnung wiederherzustellen".

 

Damit sieht man in diesen Tagen deutlich, wer in Hong Kong am längeren Hebel sitzt: Denn das Ultimatum der Studenten wiederum, Leung solle bis Donnerstag zurücktreten, bleib unbeachtet. Die jungen Demonstranten jedoch mussten sich dem Druck der Regierung zuletzt beugen.

 

Die politische Krise ist deswegen auch noch nicht gelöst. Auch wenn die Regierungsmitarbeiter zur Arbeit gehen konnten, harren weiterhin noch viele Studenten auf der Straße aus. Hunderte Demonstranten campieren immer noch auf den Straßen nahe dem Regierungssitz und im belebten Geschäftsviertel Mong Kok. Die Sicherheitskräfte schritten bisher aber nicht ein. 

 

 

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