Stararchitekt startet neues Peking-Projekt

von Jana Kötter, 16.März 2015

 

Er hat die berühmten CCTV-Türme in Peking entworfen, nun folgt der nächste Coup: In China ist der deutsche Stararchitekt Ole Scheeren ein gefragter Mann.

 

Ole Scheeren ist ein Name – nicht nur in der europäischen Architekturszene, sondern weit darüber hinaus. Spätestens seit dem Bau des futuristischen Zentrums des chinesischen Staatssenders CCTV, diesen zwei verschlungenen Türmen in Peking, die auch Touristenlaut diversen Reiseführern „unbedingt gesehen haben müssen“, ist der 44-Jährige auch im Reich der Mitte ein ganz großer Begriff.

 

Nun könnte neben das bisher bekannteste Werk des deutschen Stararchitekten ein weiteres Juwel kommen: Scheeren baut im Herzen Pekings ein großes Kunstzentrum – und zwar für das älteste chinesische Auktionshaus Guardian, das nach Christie’s, Sotheby’s und Chinas Poly-Gruppe die Nummer vier weltweit ist.

 

Das „weltweit erste maßgeschneiderte Hauptquartier“ eines internationalen Auktionshauses besitzt ein Museum, ein 120-Betten-Hotel mit einem atemberaubenden Blick auf die Verbotene Stadt sowie Restaurants und Veranstaltungsräume.

 

„So ein Projekt wird nie wieder kommen“, zitiert die Presseagentur dpa Ole Scheeren. „Es stellt sich der Aufgabe, die Spannung zwischen Historie und Gegenwart aufzulösen.“

 

Die besondere Herausforderung: Das insgesamt achteinhalbstöckige Gebäude gegenüber der Nationalgalerie soll sich nahtlos in die traditionelle Umgebung der verwinkelten Hutong-Gassen und Hofhäusern einfügen. Dabei helfen soll beispielsweise ein verschachtelter Sockel, der die Kleinteiligkeit der  denkmalgeschützten Nachbarschaft aufnimmt.

 

Knapp 100 Millionen US-Dollar soll das Kunstzentrum kosten, was offiziell unbestätigt blieb. Dass Scheeren den Wunsch des Auktionshauses zu dessen Zufriedenheit wahr werden lässt, daran haben die Verantwortlichen keine Zweifel. „Ole Scheerens Werk ist tief in Chinas Kultur und Geschichte verwurzelt“, zitiert die dpa Guardian-Chef Chen Dongsheng.

 

Die Verknüpfung mit dem Reich der Mitte reicht dabei weit über das Geschäftliche hinaus: Als Zwanzigjähriger reiste Scheeren vor dem Beginn seines Architekturstudiums drei Monate lang mit dem Rucksack durch das ländliche China. Er lebte dort in armen, einfachen Verhältnissen mit den Einheimischen – eine Erfahrung, die garantiert prägt.

 

 

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