Guten Tag, Herr Jinping!

von Jana Kötter, 20. März 2014

Mao Zedong – der wohl bekannteste chinesische Name dürfte vielen Europäern ein Begriff sein. Der 1893 Geborene war als Vorsitzender der Kommunistischen Partei (1943–1976) sowie als Staatspräsident der Volksrepublik China (1954–1959) der führende Politiker Chinas im 20. Jahrhundert.


Doch wie genau hätte man ihn angesprochen? Herr Zedong? Und wie nennt Frau Merkel wohl Chinas heutiges Staatsoberhaupt, wenn sich die beiden auf einem der internationalen Empfänge treffen? Herr Jinping?


Nein. Denn der chinesische Name setzt sich anders zusammen als ein deutscher. Während wir traditionell einen Vornamen (Jana) haben, der –wie der Name schon sagt- vor dem Familien- oder Nachnamen steht (Kötter), ist das bei Chinesen genau anders herum. Der viel wichtigere Familienname steht an erster Stelle, der Vorname folgt dahinter.


Europäische Namen werden dabei meist lautmalerisch ins Chinesische übertragen. So war ich während meiner Zeit im Reich der Mitte Ke Yana (Kötter Jana) – und hier wird auch schon eine zweite Charakteristik des chinesischen Namens deutlich, der bei der Frage der richtigen Ansprache helfen kann. Traditionell hat der Nachname (Mao, Xi, Wang, Zhang…) nur eine Silbe – der Vorname hingegen zwei.


Und wenn, wie beispielsweise bei Hong Ying, beide Namen nur eine Silbe haben? Tja, dann hilft, sofern man nicht weiß, dass Hong ein sehr traditioneller Familienname ist, nur raten.


In meinem Blog verwende ich übrigens konsequent die chinesische Namensgebung. Das ist bei einem China-Blog, wie ich finde, nur fair. Und klingt dabei auch noch viel gewohnter und schöner als „Jinping Xi“ oder „Zedong Mao“.

 

 

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