Hunderte Verletzte nach Erdbeben in Yunnan

von Jana Kötter, 8. Oktober 2014

 

Für die Bewohner der südwestchinesischen Provinz Yunnan ist es nichts Neues – und doch ist jedes Erdbeben aufs Neue tragisch. Im Südwesten Chinas, wo die indische und die eurasische Erdplatte aufeinanderstoßen, gibt es immer wieder schwere Erdstöße. So auch in diesen Tagen: Mindestens ein Mensch ist dabei ums Leben gekommen, mindestens 300 weitere sind verletzt worden.

 

Mehr als 100.000 Menschen seien aus ihren Häusern geflohen, als Erdstöße der Stärke 6,0 gestern Abend die Region nahe der Grenze zu Myanmar und Laos erschütterten, berichteten Staatsmedien. Die Regierung habe 3200 Soldaten in die Unglücksregion geschickt, "um Menschenleben zu retten". 800 Feuerwehrleute und 35 Spürhunde sollten sich an der Bergung von Opfern und der Suche nach möglichen Überlebenden unter den Trümmern beteiligen.

 

Die Nachrichtenagentur Xinhua zitierte einen örtlichen Beamten, demzufolge Gebäudeflächen von insgesamt 170.000 Quadratmetern wieder instand gesetzt werden müssten. Es wurden mehr als hundert Schulen beschädigt, 7000 Gebäude sollen völlig zerstört sein.

 

Und so liegt die Provinz, die normalerweise für ihre Teeplantagen berühmt ist, in Trümmern – mal wieder. In der an Yunnan angrenzenden Provinz Sichuan kamen bei einem Beben im Jahr 2008 mehr als 80.000 Menschen ums Leben, mehr als 5000 Schüler starben damals in den Schulen.

 

Da sich das Beben nun am Abend ereignete, befanden sich glücklicherweise keine Kinder mehr in den einstürzenden Gebäuden. Ihre Eltern, zahlreiche Hausbesitzer in der Region, haben nun jedoch viel Arbeit: Sie sind dabei, ihre Gärten von Trümmern zu befreien und das zu retten, was noch zu retten ist.

 

Bezogen auf die Opferzahl verlief das Beben vom Dienstag vergleichsweise glimpflich: Erst im August waren bei einem Beben der Stärke 6,1 in Yunnan mehr als 600 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 3140 weitere verletzt worden.

 

 

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