MH370: Familien drohen mit Hungerstreik

von Jana Kötter, 18. März 2014

Auf einer Fläche, die rund 21 mal so groß ist wie Deutschland, suchen Einsatzkräfte aus 26 Nationen derzeit nach einer malaysischen Boeing 777. Vor elf Tagen ist Flug MH370 auf rätselhafte Weise verschwunden – und bis heute fehlt von der Maschine jede Spur. In China verlieren die Angehörigen langsam die Nerven.


Eine „katastrophale Informationspolitik“, das ist es, was die Angehörigen der verschwundenen Insassen der malaysischen Regierung vorwerfen. Rund 150 der 239 Passagiere stammen aus China – ihre Familien und Freunde schweben noch immer in Ungewissheit. Und sie verlieren langsam die Geduld. Sie drohen, in den Hungerstreik zu treten.


Mit der Drohung wollen sie ihren Protest gegen die malaysische Informationspolitik zu dem mysteriösen Vorfall kundtun. Die Betroffenen würden nun zur malaysischen Botschaft in Peking gehen, "um den Botschafter zu finden", zitiert Spiegel Online einen Sprecher der Angehörigen, den 63-jährige Wen Wancheng. "Bringt unsere Verwandten zurück", hatte eine Frau in einem Pekinger Hotel zuvor auf ein Plakat geschrieben. "Wir brauchen die Wahrheit."


Doch von dieser dürfte auch die Regierung Malaysias noch weit entfernt sein. Noch immer tappen die Ermittler im Dunkeln. Noch immer führt keine Spur zum verschwundenen Flugzeug, noch immer läuft die Suche nach der Maschine auf Hochtouren. Auch China hat inzwischen im nördlichen Korridor auf seinem Staatsgebiet die Suche aufgenommen. Das Außenministerium erklärte, es würden 21 Satelliten bei der Suchaktion eingesetzt.


Bei den Ermittlungen verdichten sich mittlerweile die Hinweise darauf, dass die Maschine absichtlich von ihrem Kurs abgebracht wurde. Vieles deutet auf eine gezielte, professionell geplante und durchgeführte Entführung hin – womöglich mit terroristischem Hintergrund.

 

Die Angehörigen der Passagiere vermuten jedoch, dass die Regierung mehr Informationen hat als diese bisher wagen Vermutungen, diese aber bewusst zurückhält. Ministerpräsident Li Keqiang machte deshalb in einem Telefongespräch mit seinem malaysischen Amtskollegen Najib Razak selber Druck. Malaysias Regierung jedoch wehrt sich gegen die Kritik und argumentiert, es wäre unverantwortlich, Informationen herauszugeben, die nicht verifiziert seien.


Und davon gibt es schließlich einige. Denn um das Verschwinden des Fluges MH370 ranken sich auch heute, elf Tage nach dem rätselhaften Verschwinden, noch allerhand Mythen und unbestätigte Vermutungen. Bisher steht nur eines fest: Unter den Angehörigen herrscht Verzweiflung und Ratlosigkeit. Und beide nehmen mit jedem Tag zu.

 

 

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