Mindestens 400 Tote bei Erdbeben in Yunnan

von Jana Kötter, 5. August 2014

 

Es war das stärkste Erdbeben seit Jahren: Hunderte Menschen sind in Yunnan ums Leben gekommen. Wie hoch die Opferzahl tatsächlich liegt, weiß derzeit noch niemand.

 

Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in der südwestchinesischen Provinz Yunnan steigt die Opferzahl weiter an. Die Behörden gehen inzwischen von mindestens 400 Opfern aus, 2000 Menschen seien verletzt worden sein. In ersten Meldungen nach der Naturkatastrophe war noch von 175 Todesopfern berichtet worden.

 

Wie hoch die Opferzahl letztlich liegen wird, kann derzeit noch niemand sagen. Die Aufräumarbeiten dauern an, unter den Trümmern suchen die Einsatzkräfte nach weiteren Verschütteten. An den Rettungsarbeiten sind Tausende Helfer beteiligt. Mit Spezialfahrzeugen räumen Rettungskräfte Straßen zu den entlegenen Dörfern. Die Kommunikationsverbindungen in die abgelegene Bergregion seien beeinträchtigt, heißt es in verschiedenen Berichten.

 

"Ich habe noch nie so eine starke Erschütterung gespürt", zitiert Spiegel Online die Anwohnerin Ma Liya. Die Straßen sähen wie nach einem Bombenangriff aus. Das neugebaute, zwei Stockwerke hohe Haus ihres Nachbarn sei einfach zusammengefallen - es blieben nur Ruinen.

 

"Es sind einfach zu viele Gebäude zerstört worden. Wir sammeln noch immer Informationen über Verletzte und Tote", sagte ein Dorfvorsteher der Agentur Xinhua. Mindestens 12.000 Gebäude wurden laut Xinhua zerstört. Weitere 30.000 Häuser wurden beschädigt. Die Regierung transportiert nun Tausende von Zelten, Betten und Kleidungsstücke in das Katastrophengebiet.

 

Das Beben der Stärke 6,5 hatte am Sonntagnachmittag (Ortszeit) die südwestliche Provinz Yunnan erschüttert. Das Epizentrum des Bebens soll in der Gemeinde Ludian in der Nähe der Stadt Zhaotong gelegen haben. Dort wurde die Stromversorgung unterbrochen, Häuser fielen in sich zusammen. Auch eine Schule stürzte laut Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua ein.

 

Die betroffene Bergregion liegt im Nordosten von Yunnan an der Grenze zur Nachbarprovinz Sichuan. In diesem Teil Chinas gibt es immer wieder Erdbeben. Im September 2012 waren bei einem Beben der Stärke 5,7 in Ludian bereits 80 Menschen ums Leben gekommen. 2008 kamen bei einem Beben in Sichuan fast 70.000 Menschen ums Leben.

 

 

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