Neujahrsfest steht vor der Tür

von Jana Kötter, 17. Februar 2015

 

Am Donnerstag feiert China sein Neujahrsfest, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Doch was steckt hinter diesem "verspäteten Silvester"?

 

„Es ist unglaublich“, berichtet meine Freundin aus China, „aber Peking ist tatsächlich schon fast leer.“ Es ist das chinesische Neujahrsfest, das vor der Tür steht – der höchste chinesische Feiertag wird traditionell mit der Familie gefeiert. Und vor allem für viele junge Menschen, die vor allem für ihre Arbeit in die Hauptstadt gekommen sind, bedeutet das: zurück in die Provinz.

 

Während in den Wochen vor dem Neujahrsfest, das in diesem Jahr übrigens am 19. Februar gefeiert wird, also viele Tempel, öffentliche Gebäude und Straßenzüge geschmückt werden, sind vor allem die Plätze vor den Fahrkartenschaltern der Bahnhöfe zum Bersten gefüllt: Hunderte Menschen wollen hier ihr Ticket in die Heimat lösen. Wer als Tourist durch das Land reisen möchte, sollte jeden anderen Zeitpunkt wählen – aber nicht die Wochen rund um das Neujahrsfest.

 

Wann genau dieses stattfindet, richtet sich übrigens nach dem traditionellen chinesischen Bauernkalender. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Lunisolarkalender (lat. Luna "Mond" und Sol "Sonne"). Dabei orientiert sich der Kalender am Verlauf der Sonne und des Mondes. Während der Sonnenzyklus die Jahre vorgibt, legt der Mond die Monate fest. Obwohl im ganzen Land seit 1912 der gregorianische (=westlicher) Kalender gilt, orientiert sich die Jahreszählung seit 1645 an dem Lunisolarkalender.

 

Der chinesische Bauernkalender gilt als der bekannteste Lunisolarkalender und wird heute noch in den Ostasiatischen Ländern zur Berechnung und Festlegung von Feiertagen herangezogen.

 

Bereits einige Zeit vor dem tatsächlichen Jahreswechsel beginnen im gesamten Land die Vorbereitungen für die 15-tägige Neujahrsfeier. Dabei wird das ganze Haus traditionsgemäß gesäubert und geschmückt. Zur Dekoration und während der gesamten Zeremonie dominiert die Farbe Rot, die in China für Glück und Wohlstand steht. Des Weiteren werden die Wände der Wohnungen mit dem chinesischen Zeichen "Glück" (fu) bemalt, lange Spruchbänder schmücken die Wohnungen. Diese werden meist umgedreht an die Türen gehangen, da das chinesische Wort "dao" sowohl umdrehen als auch ankommen bedeutet. Trotz der kalten Temperaturen in dieser Jahreszeit werden alle Türen und Fenster offen gelassen, um das "Glück herein zu lassen".

 

Auch wird in den Tagen zuvor neue Kleidung eingekauft, zum Friseur gegangen und einiges erneuert – um eben das Alte von dem vergangenen Jahr hinter sich zu lassen.

 

 

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