Südchina friert

von Jana Kötter, 13. Februar 2014

Im Süden Chinas ist der Winter eingebrochen: Das sonst eher subtropische Klima ist der Kälte gewichen, und in dieser Woche war es sogar kälter als im russischen Sotschi, wo Rodler, Skifahrer und Snowboarder gerade um die Medaillen bei den Olympischen Winterspielen kämpfen.


 

Die Temperaturen liegen um die zehn Grad – und sind damit die kältesten seit 18 Jahren.

Was für uns angenehm mild klingen mag, ist für die Südchinesen bitterkalt – insbesondere in den ländlichen Gebieten, in denen es keine zentrale Beheizung gibt. In den Provinzen südlich des Yangtse wird auch in den Wintermonaten nicht geheizt – selbst wenn die Temperatur auf minus zehn Grad oder gar tiefer sinkt. Wer sich keinen elektrischen Ofen leisten kann, der friert.

 

Das gilt übrigens auch oftmals für das Umland der Hauptstadt Peking. In der Stadt selber heizt zwar die staatliche „Beijing Heating Group“ –zumindest vom 15. November bis 15. März-, jedoch nur auf einer Gesamtfläche von rund 102 Millionen Quadratmetern mit Wärme. Das entspricht etwa der Fläche der Insel Sylt.

Und damit kommen viele Pekinger nicht in den Genuss einer zentralen Heizenergieversorgung.

 

Die populärste, aber gefährlichste Methode, um deshalb gegen die Kälte anzukämpfen: Kohleöfen. Vor allem Bauern in den Außenbezirken und Landarbeiter, aber auch ärmere Pekinger, heizen nach wie vor mit Kohle. Was jedoch gefährlich ist, weil der Abzug oft schlecht funktioniert oder erst gar nicht vorhanden ist. So kommt es immer wieder zu Unfällen: Alleine im Winter 2006 wurden im Pekinger Notfallzentrum 839 Personen mit Kohlenstoffmonoxidvergiftungen behandelt, berichtete die Zeitung "China Daily".

 

Die elektrischen Heizöfchen, die zumindest punktuell Wärme schenken, sind für viele Chinesen –im Pekinger Umland, aber auch im Süden des Lander- zu teuer. Und so bleibt für sie nur, sich in Decken zu mummeln, auf mildere Temperaturen zu warten – und zu frieren.

 

 

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