Tiananmen-Attentäter zu Todesstrafe verurteilt

von Jana Kötter, 17. Juni 2014

 

Es war einer der spektakulärsten Anschläge, die in China in den vergangenen Jahren verübt wurden: Mit einem brennenden Geländewagen waren die Attentäter in die Menschenmenge auf dem überfüllten Tiananmen-Platz gerast, hatten mehrere Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Sieben Monate sind seit dem Anschlag vergangen.

 

Nun hat ein chinesisches Gericht drei Personen für die Tat verantwortlich gemacht – und dafür zum Tode verurteilt. Gegen fünf weitere wurden Gefängnisstrafen zwischen fünf Jahren und lebenslänglicher Haft ausgesprochen. Die Verurteilten sollen an der Vorbereitung und Finanzierung des Selbstmordattentats beteiligt gewesen sein.

 

Sie waren nur wenige Stunden nach dem Vorfall festgenommen worden. Sie stammen allesamt aus der Unruheprovinz Xinjiang in Westchina, in deren Hauptstadt Ürümqi auch der Prozess stattfand. Umso wichtiger war es für die chinesische Führung im Rahmen ihrer Anti-Terror-Kampagne, besonders hart gegen die mutmaßlichen Attentäter vorzugehen.

 

Erst kurz vor dem Anschlag waren 39 Uiguren wegen Terrorismus' zu Haftstrafen verurteilt worden – ein wichtiger Teil der öffentlichkeitswirksamen Strategie, den „Terror aus dem Westen“ zu bekämpfen.

 

Denn in Xinjiang, Heimat der Uiguren, kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der muslimischen Minderheit und den Han-Chinesen, der größten Bevölkerungsgruppe. Die Uiguren werfen den Han-Chinesen systematische Unterdrückung vor, immer wieder kommt es zu Gewalttaten. Peking hingegen kritisiert die „Separationsbestrebungen“ der Provinz und geht hart gegen Widerstand aus Xinjiang vor – wie auch das neueste Todesurteil verdeutlicht.

 

 

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