Volleyball-WM: Deutschland besiegt China 3:0

von Jana Kötter, 11. September 2014

 

Es ist ein Sport, der mir persönlich sehr am Herzen liegt: Mehr als zwölf Jahre lang habe ich Volleyball gespielt, während der Saison jedes zweite Woche auf dem Spielfeld verbracht – und all die Höhen und Tiefen des Sports selber gespürt. Umso begeisterter habe ich das Spiel der deutschen Volleyballer gegen China mitverfolgt. Und mich gefreut, dass unsere Herren nach einem klaren Sieg weiter im Rennen um den WM-Titel sind.

 

Im polnischen Kattowitz findet in diesen Tagen die Volleyball-Weltmeisterschaft der Herren statt – und auch die Mannschaft des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) ist noch dabei. Gestern Abend mussten sie zum Auftakt der zweiten Gruppenphase gegen China aufs Spielfeld. Das Reich der Mitte, in dem Volleyball übrigens ein relativ populärer Sport ist, war dem Team von Bundestrainer Vital Heynen jedoch klar unterlegen.

 

Mit einem souveränen 3:0 (25:19, 25:22, 25:17) besiegten die Deutschen die Chinesen und feierten in ihrem sechsten Spiel der WM so bereits den fünften Sieg.

 

"Wir können sehr zufrieden sein. Wir mussten hier gewinnen, um eine Chance auf die nächste Runde zu haben und das ist uns gelungen. Das war eine Teamleistung", zitiert Sport1.de Außenangreifer Denis Kaliberda: "Wir haben im zweiten Satz ein paar Fehler gemacht, aber alles in allem war das gut."

 

In der Gruppe F belegt China nun den letzten Platz. Ein Sieg wäre die Chance gewesen, an Kuba vorbeizuziehen oder zumindest aufzuholen. Die WM ist für das Reich der Mitte damit erledigt – was keine Besonderheit ist. Denn obwohl relativ viele Volleyball spielen und die Sportart beispielsweise auch an vielen Schulen und Unis angeboten wird, sind die flinken Chinesen im internationalen Vergleich nicht stark genug: Weltmeister geworden sind sie noch nie, der letzte bessere Abschluss war 1982 – der siebte Platz. Bei den Asienmeisterschaften hingegen konnten die Spieler vergangenes Jahr den dritten Platz abräumen.

 

Mich erinnert die WM nun vor allem an meine Zeit in China. Denn auch ich habe dort Volleyball gespielt, habe jede Woche fleißig mit meinem Team trainiert. Erfolgreich waren wir dennoch nicht; bei den Turnieren, die wir regelmäßig gespielt haben – Austragungsort war die internationale Schule in Peking – haben wir immer irgendwo im Mittelfeld gelegen. Und trotzdem hatten wir Spaß, und die Hingucker waren wir, eine Amerikanerin, die mich mit zum Training nahm, und ich, die Deutsch, allemal. In einer Sporthalle voller Asiatinnen haben wir die Bälle geschmettert.

 

Was mich dabei am meisten fasziniert hat, war wohl die Tatsache, dass der völlig andere Lebensstil auch vor dem Spielfeld keinen Halt macht: Süß-gestreifte Kniestrümpfe statt professioneller Sportsocken, auf den Trikots selbstgemalte Manga-Figuren statt Nummern. In unserer Hobby-Mannschaft galt es vor allem, nach asiatischen Standards gut auszusehen.

 

Für die deutschen Männer geht es nun um ganz andere Sachen. Ihr Ziel? Die WM-Medaille – es wäre die erste seit 44 Jahren.

 

Das Endspiel findet am 21. September statt.

 

 

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