Wuhan plant Rekord-Zwillingstürme

von Jana Kötter, 4. Juli 2014

 

China ist ein Land der Superlative – und der verrückten Rekorde. Auch den des höchsten Gebäudes der Welt will sich das Reich der Mitte von Dubai nicht nehmen lassen. Und plant inmitten eines Sees der Zehn-Millionen-Metropole Wuhan sogleich die höchsten Zwillingstürme der Welt.

 

Die Bilder könnten auch von einem fremden Planeten in einem Hollywood- Blockbuster stammen: Zwei nadelförmige Gebäude mit pinkfarbener Außenfassade strecken sich in den Himmel, zwischen ihnen schweben riesige Kugeln wie Planeten in der Luft. Doch die fremdartigen Türme stehen nicht etwa in einer weit entfernten Galaxie, sondern sollen ab 2018 die neue Attraktion der chinesischen Millionenmetropole Wuhan werden.

 

Die dann höchsten Türme der Welt wurden von den Planern des renommierten Londoner Architektenbüros Chetwoods geplant. Die "Phoenix Towers" werden demnach einen Kilometer hoch in den Himmel ragen und voraussichtlich 1,5 Milliarden Euro an Baukosten verschlingen. Den bisherigen Rekord-Wolkenkratzer, den Burj Khalifa in Dubai, würden die nadelförmigen Doppeltürme nach ihrer Fertigstellung in den Schatten stellen.

 

Doch ob das Projekt wirklich so umgesetzt wird, steht noch in den Sternen. Die Pläne wurden vorgelegt, eine Rückmeldung der Stadtverwaltung steht jedoch aus. Und auch an der Expertise könnte es fehlen: Denn das Architekturbüro ist bisher vor allem für Zweckbauten bekannt –  Supermärkte, Hotels, Verwaltungstrakte. So arbeiten sie auch gerade mit chinesischen Partnern an einem Logistikzentrum in China, wie Architekt Laurie Chetwood im Interview mit Spiegel Online erklärt. „Unser Auftraggeber bat uns, auch ein Konzept für den großen See in Wuhan zu entwickeln. Es lag bereits ein Entwurf für eine bewohnte Brücke über dem Wasser vor, aber der hatte nicht den gewünschten Wahrzeichen-Effekt.“

 

Weil Wuhan in China auch "Stadt der 1.000 Seen" genannt wird, werden die entfernt an den Eiffelturm erinnernden Hochhäuser auf einer Insel inmitten eines Sees gebaut. Die Türme sollen künftig Büros, Hotels, Geschäfte und Freizeitanlagen Platz bieten, Wohnungen sind unterdessen nicht eingeplant. Eine der Besonderheiten der Anlage wird die weltweit größte "lebende Wand" sein: ein Garten, der vertikal durch das Innere des Gebäude wachsen soll. In drei der "schwebenden" Kugeln werden zudem Restaurants eröffnet, die von den Türmen aus über Skywalks zugänglich sind.

 

„In Großbritannien würden die Menschen sofort in Frage stellen, ob so etwas überhaupt machbar ist. Es gibt einen Mangel an Ehrgeiz“, sagt Architekt Chetwood. „In China hingegen wollen sie nur wissen, wie wir das schaffen können.“

 

 

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