Xinnian kuaile! - Frohes neues Jahr!

von Jana Kötter, 1. Februar 2014

Wenn es überall im Land kracht und leuchtet, Geschäfte geschlossen bleiben und Millionen Menschen auf den Beinen sind – dann feiert China sein Neujahrsfest. Gestern hat das Land das Jahr des Pferdes eingeläutet.


„Xinnian kuaile!“ – „Frohes neues Jahr!“ So begrüßte man sich gestern in China – und war damit nicht etwa einen Monat zu spät, sondern genau pünktlich. Denn die Chinesen feiern ihr Neujahrsfest nicht nach unserem gregorianischen Kalender, sondern nach dem Mondkalender. Und darin hat gestern das Jahr 4712 begonnen.

 

Die kommenden zwölf Monate stehen dabei vollkommen im Zeichen des Pferdes. Pferde werden in China mit Loyalität und Energie verbunden. Sie gelten nach dem Drachen als das zweitbeliebteste der zwölf Tierzeichen des Mondkalenders, die im Jahresrhythmus wechseln. Das neue Jahr löst das Jahr der Schlange ab.

 

Unterschiedliche Kalender hin oder her, gefeiert wird das neue Jahr in China ähnlich wie bei uns – nur etwas größer und länger: Paraden und Feste gehören zu den mehrtägigen Feierlichkeiten ebenso wie Zeit mit Freunden und der Familie, gutes Essen und einige freie Tage. Und auch Böller spielen natürlich eine wichtige Rolle.

 

Die lauten Kracher, „Baozhu“ genannt, dürfen beim chinesischen Neujahrsfest nicht fehlen. Aufgrund der anhaltend schlechten Smog-Werte der vergangenen Wochen hatte die Zentralregierung in Peking jedoch dazu aufgerufen, den Kracher-Konsum in diesem Jahr einzuschränken und die rund zwei Millionen Mitglieder der Kommunistischen Partei sogar dazu angehalten, mit gutem Beispiel voranzugehen. Gesagt, getan: So hängten viele Chinesen lieber Feinstaub-freundliche Lichterketten auf anstatt Kracher zu zünden. Die Regierung hat das zum Neujahr gestern mit einem offiziellen Dank gelobt.

 

Für Chinesen ist das Neujahrsfest der wichtigste Feiertag des Jahres – und den feiert man traditionell im engsten Familienkreis. Die mehrwöchigen Neujahrsfeiern lösen deshalb jedes Jahr aufs Neue eine große Reisewelle aus. Hunderte Millionen Chinesen drängen sich in Bahnen, Busse oder Flugzeuge – und die Fahrkarten sind, wenn nicht schon Monate im Voraus ausgebucht, für chinesische Verhältnisse oft exorbitant teuer. Die Behörden gehen davon aus, dass es in diesem Jahr insgesamt 3,6 Milliarden Reisen mit Bahn, Bus, Flugzeug und Auto geben wird. Vor rund 20 Jahren waren es noch 800 Millionen.

 

Vor allem für die etwa 245 Millionen Wanderarbeiter in den Metropolen ist das Neujahrsfest oft die einzige Möglichkeit, nach Hause zu fahren und ihre Kinder und Eltern zu besuchen. Traditionell bringt man sich dabei rote Umschläge mit Geld mit, außerdem zahlreiche Delikatessen für das Festmahl.

 

Ebenso traditionell feiern übrigens auch viele der etwa 40 Millionen Auslandschinesen. In Sidney etwa ist heute die größte Neujahrsfeier außerhalb Chinas geplant: Zu der Parade mit 2700 Teilnehmern werden mehr als 100 000 Zuschauer erwartet. Im Chinatown Los Angeles bietet sich dasselbe Bild: Auch hier ist eine Parade geplant, die Häuser sind geschmückt, die Festlichkeiten können beginnen. Und auch in Frankfurt werden heute Chinesen und ihre deutschen Freunde gemeinsam feiern, beispielsweise beim Neujahrsfest des Konfuzius-Instituts. Dort heißt es dann ebenfalls „Frohes neues Jahr!“ – oder „Xinnian kuaile!“.

 

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