20 Prozent der chinesischen Böden verschmutzt

von Jana Kötter, 13. Mai 2014

Es ist ein verheerender Kreislauf: Von Boden und Wasser aus gelangen die Giftstoffe in die Nahrung – und von dort aus direkt in den menschlichen Organismus. Die Gesundheitsbelastung, die von Chinas Umweltverschmutzung ausgeht, ist hoch.


Ein Fünftel aller chinesischen Felder ist verschmutzt. Das sagt ein kürzlich veröffentlichter Bericht der chinesischen Landwirtschafts- und Umweltbehörden. Besonders gravierend ist dabei, dass er keinesfalls eine Besserung attestiert – im Gegenteil: Die betroffene Fläche wächst weiter.


Vor allem besorgniserregende Mengen von Kadmium, Nickel, Arsen, Blei und Quecksilber, aber auch Pestizide machen den Boden demnach zu einer Gesundheitsgefahr. Die hohen metallischen Ablagerungen in der Erde sind vor allem der Tatsache geschuldet, dass Industrie, Bergbau und Fabriken weiter unbekümmert ihre Abfälle in Flüssen und auf illegalen Mülldeponien entsorgen.


„Chinas Umweltzerstörung stellt eine Gesundheitsgefahr dar, die als Menschenrechtsverletzung eingeordnet werden sollte“, schreibt die New York Times in ihrer internationalen Wochenbeilage der Süddeutschen Zeitung (9.5.2014). Denn die Verschmutzung gelangt über die Nahrungskette direkt in den menschlichen Organismus. So hat das Chinesische Amt für Krankheitskontrolle und –prävention bereits vergangenen Juli erhöhte Krebsraten in der Bevölkerung nahe des schwer verschmutzten Flusses Huai festgestellt. Die Provinz Hunan, die als eine der schlimmsten betroffenen Provinzen gilt, ist Chinas größter Reisproduzent – mit Reis, das mit gefährlich hohen Werten von Kadmium kontaminiert ist.


Die Regierung hat die Wichtigkeit des Umweltschutzes inzwischen erkannt. So war dieser eines der großen Themen auf der neuntägigen Sitzung des Volkskongresses, die im März stattfand. "Den Krieg erklären" wolle man der Umweltverschmutzung, verkündete Premierminister Li Keqiang dort zur Eröffnung.

 

„Für die immer größer werdende Mittelklasse sind die Nahrungsvergiftung und die Luftverschmutzung zwei Faktoren, die zu großer Angst führen und damit großes Potential für soziale Unruhen tragen“, schreibt die New York Times. „Härtere Maßnahmen gegen Umweltverschmutzer sind damit ein wichtiger Schritt, Chinas selbstverschuldete Umweltzerstörung zu bekämpfen.“

 

 

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