24 Arbeiter sterben bei Feuer in Kohlemine

von Jana Kötter, 26. November 2014

 

Am frühen Morgen ist es in einem Kohlebergwerk in der chinesischen Provinz Liaoning zu einem folgenschweren Unglück gekommen: 24 Männer starben und mindestens 52 wurden verletzt, als in einer Kohlemine ein Feuer ausbrach. Ersten Ermittlungen zufolge soll sich nach einem schwachen Erdbeben der Stärke 1,6 in einem Schacht Kohlenstaub entzündet haben, berichtete die "South China Morning Post".

 

Insgesamt beschäftigt das Staatsunternehmen Liaoning Fuxin Coal Corporation, das die Mine betreibt, mehr als 4600 Menschen. Erst im vergangenen Jahr waren acht Arbeiter des Unternehmens bei einem Gasunglück getötet worden.

 

Trotz verbesserter Sicherheitsstandards gilt die chinesische Bergbauindustrie noch immer als eine der gefährlichsten der Welt. Viele Unternehmen wollen nur ihre Gewinne maximieren und Kosten reduzieren, investierten nur zögerlich in Sicherheitsvorkehrungen, kritisieren Experten seit Jahren. Es gebe zu viele Schlupflöcher, die Sicherheitsvorschriften zu umgehen. "Egal wie gefährlich die Arbeit und wie gering die Bezahlung ist, die Bergarbeiter trauen sich nicht, etwas zu sagen, weil die Grubenbesitzer eine lange Liste von Arbeitssuchenden an der Hand haben", sagte der Soziologe Li Dun von der Qinghua Universität mit Blick auf 300 Millionen überschüssige Arbeitskräfte in China dem Stern.

 

Seit Jahren ordnen die Behörden nach jedem Unglück Inspektionen an, schließen kleine, gefährliche Gruben, die in Kollaboration mit korrupten lokalen Funktionären kurze Zeit später wieder aufmachen. Von den 28 000 Kohlegruben in China sind 24 000 kleine Bergwerke. Die Mechanisierung ist gering, die Bergleute haben wenig Schulbildung genossen und keinerlei professionelles Training als Bergmann.

 

Zwar haben es die Bemühungen der Regierung geschafft, die Zahl der Toten seit dem Jahr 2000 deutlich zu reduzieren. Nichtsdestotrotz führen Korruption, Profitgier und unmenschliche Arbeitsbedingungen immer wieder zu tödlichen Unfällen. Im vergangenen Jahr kamen laut Regierungsangaben bei 589 registrierten Zwischenfällen in Minen 1049 Menschen ums Leben.

 

 

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