Drogenschmuggler zu Tode verurteilt

von Jana Kötter, 7. Mai 2015

 

Die Geschichte eines vergangene Woche hingerichteten Drogenschmugglers in Indonesien soll Jugendliche vom Kontakt mit Drogen abschrecken. Sie gibt auch der Debatte um die Todesstrafe in China neuen Aufschwung.

 

"Ich bin das Paradebeispiel für ein verschwendetes Leben", bekannte Andrew Chan, Sohn chinesischer Einwanderer, kurz vor seinem Tod. 2006 hatte ein indonesisches Gericht das Todesurteil gegen den Drogenschmuggler ausgesprochen, das vergangene Woche vollstreckt wurde.

 

Sieben weitere Menschen wurden am Mittwoch zusammen mit dem 31-Jährigen hingerichtet. Sie alle waren wegen Drogenhandels verurteilt worden. Trotz der internationalen Proteste hielt Indonesiens Präsident Joko Widodo an den Hinrichtungen fest, die seiner Darstellung nach notwendig sind, um einen nationalen Notstand wegen des steigenden Drogenkonsums zu bekämpfen.

 

Mit dieser Meinung steht Indonesien nicht allein dar: Auch in  China können Drogenschmuggler zum Tode verurteilt werden. Der Handel mit Drogen ist hier einer von mehr als 50 Straftatbeständen, die mit dem Tod geahndet werden können.

 

Schätzungen zufolge gehen die jährlichen Zahlen der Todesurteile und Hinrichtungen in China laut Amnesty International in die Tausende. „Da sich das Land seit Jahren weigert, Gründe und Häufigkeit der Exekutionen transparent zu machen, muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden“, schreibt die Organisation in ihrem jüngsten Bericht zur Lage in China. „Die verfügbaren Informationen deuten stark darauf hin, dass China vermutlich auch im Jahr 2014 mehr Menschen hingerichtet hat als der Rest der Welt zusammen.“

 

Chans Beispiel soll andere junge Menschen nun abschrecken, sich auf Drogen einzulassen. Für die Dokumentation "Dear Me" der Regisseurin Melinda Rutte hatte der 31-Jährige vor seiner Hinrichtung einen Abschiedsbrief verfasst. "Ich schreibe euch, weil ich euch berichten will, wie gefährlich Drogen sind und welchen Einfluss sie auf euch und andere haben", sagte er.

 

Seine Lebensgeschichte soll nun Jugendlichen als Warnung dienen. Der Film soll in englischen und australischen Schulen gezeigt werden. Wie die Regisseurin der Dokumentation gegenüber der britischen Zeitung "Daily Mail" berichtete, war Chan sofort von dem Konzept begeistert. "Er sagte: 'Es wird funktionieren, es wird Menschen zum Nachdenken bringen'. Es ist sein Vermächtnis."

 

 

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