Fotograf rückt „Airpocalypse“ in den Fokus

von Jana Kötter, 15. April 2015

 

In Peking steht und fällt alles mit dem Wetter. In den vergangenen Tagen ist es frühlingshaft warm geworden – doch wenn sich der Smog über die Stadt legt, sind die Temperaturen kaum zu genießen.

 

Nicht nur in China ist der Smog lustigerweise ein Thema. „Paris ringt um Luft“ titelte die FAZ Ende März. Die französische Hauptstadt kämpfte da kurze Zeit gegen den Feinstaub: Vorübergehend durften sogar nur Autos mit ungeradem Nummernschild nach Paris. Für das europäische Umland klang das nach dramatischen Nachrichten – hier in China konnte man angesichts der gemessenen Werte jedoch nur müde lächeln (oder aufatmen, haha).

 

Denn während Paris bei Feinstaubkonzentrationen von maximal 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft röchelte, gelten diese Werte – obwohl die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dabei bereits bei Weitem überschritten ist – hierzulande als normal.

 

In Peking haben wir heute einen Höchstwert von 648 gemessen – und damit sind alleine die sogenannten PM 2,5-Teilchen gemeint. Diese als Feinstaub bezeichnete Staubfraktion enthält 50 Prozent der Teilchen mit einem Durchmesser von 2,5 µm, einen höheren Anteil kleinerer Teilchen und einen niedrigeren Anteil größerer Teilchen. PM 2,5 ist eine Teilmenge von den sogenannten PM 10 – bezieht man diese mit ein, ist man sogar bei 895. Dunkelrote Werte! Denn ab 300 gelten die Werte laut WHO als höchstgefährlich, alle Bevölkerungsstufen können demnach gesundheitliche Schäden davon tragen.

 

Der Berliner Fotograf Benedikt Partenheimer, 37, hat diese unwirkliche Bedrohung festgehalten. "Particulate Matter", also "Feinstaub", nennt er seine Serie über Chinas Großstädte. Sie zeigt die chinesische "Airpocalypse" in unwirklichen Nebelbildern, in ästhetischen Traumlandschaften.

 

„Dabei ist das Motiv eigentlich ein Albtraum: Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Rauch und Ruß belasten die Luft, eine eklige Mischung, die sich in der Lunge ablagert“, schreibt Spiegel Online. Das Magazin zeigt einen Teil seiner Bilder. Partenheimer war bei Feinstaubwerten zwischen 300 und 400 unterwegs. Die Sonne war oft nicht mehr als eine schmutzige rote Scheibe, wie viele Chinesen auch trug er eine Stoffmaske.

 

Chinas Problem mit Luftverschmutzung ist massiv, und die Lage verschlimmert sich zusehends. 2014 hatte Ministerpräsident Li Keqiang vor dem Volkskongress noch verkündet, China befinde sich "im Krieg gegen die Luftverschmutzung".

 

 

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