Konfuzius und der edle Mensch

von Jana Kötter, 22. September 2014

 

Das höchste menschliche Ziel? „Den Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden Ordnung, der zentralen Harmonie vereint.“ Wenn es darum geht, wie sein Idealbild des edlen Menschen erreicht werden kann, ist sich Konfuzius sicher gewesen, wie dieser Weg aussehen würde: „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht“ seien unverzichtbar.

 

Doch wer war dieser Mensch eigentlich, der diese Lehre aufstellte und mit dieser noch heute fest im chinesischen Denken verankert ist?

 

Konfuzius wurde vermutlich 551 v.Chr. im Fürstentum Lu geboren, einem Gebiet in der heutigen Provinz Shandong. Sein Familienname ist Kong, sein Rufname Qui. In China wird er jedoch nur Kongzi genannt, was so viel heißt wie „Meister Kong“. Die lange Version davon, Kongfuzi, hat sich in der lateinischen Übersetzung mit Konfuzius eingebürgert.

 

Der wohl bekannteste Gelehrte Chinas entstammt einem alten chinesischen Adelsgeschlecht, seine Familie war jedoch infolge der damaligen politischen Umwälzungen völlig verarmt. Konfuzius Leben fällt in die Zeit Chunqiu, eine Epoche, die von 722 bis 481 v.Chr. dauerte und geprägt war von Umbruch und politischen Unruhen. Das alte chinesische Feudalreich löste sich zu dieser Zeit in Einzelstaaten auf, und das bis dahin allgemeingültige mythologisch-religiöse Wertesystem wurde radikal aufgelöst.

 

Die politischen Querelen innerhalb des Landes sind es schließlich, die Konfuzius in ein Wanderleben treiben. Er, der in jungen Jahren eine ausgezeichnete Bildung genoss und schon als junger Mann niedrige Ämter besetzt hat, wird so zum reisenden Gelehrten. Er genießt hohes Ansehen; sein größter Wunsch, von einem Landesfürsten als Berater angestellt zu werden, geht jedoch nicht in Erfüllung.

 

Somit steht sein Leben vor allem im Zeichen seiner pädagogischen Bestimmung. Seit er ein junger Erwachsener war, hat sich Konfuzius mit den Zeugnissen des Altertums beschäftigt, alte Riten und heilige Bräuche der Vorzeit studiert und diese reflektiert und weitergegeben.

 

Im Alter von 21 Jahren eröffnet er in Lu seine eigene Schule für Philosophie. Seine Gelehrsamkeit spricht sich schnell herum, und schon bald kommen die Studenten aus dem gesamten Land, um sich von Konfuzius lehren zu lassen. Er lehrt sie die Prinzipien der Moral und führt sie ein in die Geschichte des Altertums und deren Ideale.

 

Konfuzius Sammlung von Verhaltensgrundlagen und moralischen Vorschriften, die noch heute als Klassiker im chinesischen Bildungssystem gelten, vermitteln Werte wie Menschlichkeit, Güte und Sinn für Moral. Ziel soll die moralische Vervollkommnung des Menschen sein – ein Ideal, das auch heute, rund 2500 Jahre nach Konfuzius Geburt, noch als solches gilt.

 

479 v.Chr. stirbt Konfuzius im Alter von 72 Jahren in seiner Heimat Lu. Die Familie Kong besteht weiterhin in gerader Linie und dürfte damit eine der ältesten nachgewiesenen Familien der Welt sein. Ein Nachfahre der 75. Generation soll heute in Taiwan leben.

 

 

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Konfuzius

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