Peking erlebt weitere „Airpocalypse“

von Jana Kötter, 15. Januar 2015

 

Im Januar 2013 machte Peking Schlagzeilen: Noch nie zuvor war die Luftverschmutzung in der chinesischen Hauptstadt so schlimm wie damals. Nur vier saubere Tage ohne Smogalarm gab es in dem Monat; es war die schlimmste Verschmutzung, seit die Luftgüte im Jahr 1954 regelmäßig gemessen wird. Mit weit mehr als 200 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter war sie so belastet, dass die Behörden über die Nachrichtenagentur Xinhua Kinder und alte Menschen aufrief, "nicht vor die Haustür zu gehen".

 

Seither heißt das Motto: „Alle Jahre wieder“. Regelmäßige „Airpocalypsen“ gibt es in China zwar unabhängig vom Monat, doch die Wintermonate und damit der Januar sind seit dem berühmten Januar 2013 die am stärksten betroffenen Monate - denn die Kohleöfen, die zu mehr als 16 Prozent Schuld an der Verschmutzung haben, brummen bei den eiskalten Temperaturen. So auch jetzt.

 

Dabei sprengen die aktuellen Werte eigentlich schon den Rahmen des Gefährlichen: Der Luftverschmutzungsindex für Peking liegt aktuell bei 546. 0 bis 50 gelten als gut, bis 100 ist noch ok – und ab 300 gilt die Luft schon als „gefährlich“. „Jeder kann ernsthafte gesundheitliche Schäden tragen“, erklärt die Legende.

 

Tatsächlich sind die Lungenkrebsraten aufgrund der Luftverschmutzung in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent gestiegen, schätzen Experten.

 

Allein 2014 litt die chinesische Hauptstadt an 45 Tagen unter einer schweren Luftverschmutzung. Für Pekings Smog, so fand das Umweltamt heraus, sind Autoabgase zu 22,2 Prozent, Kohlebrand zu 16,7 Prozent, Baustaub zu 16,3 Prozent und Industrieabgase zu 15,7 Prozent verantwortlich.

 

 

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