Peking stellt Kondomautomaten an Unis auf

von Jana Kötter, 11. April 2015

 

Mehr als 100 Studenten haben sich allein in Peking im vergangenen Jahr neu mit HIV infiziert. Um diese Zahl zu senken, will die Stadtregierung nun neue Vorgaben machen.

 

Im Kampf gegen HIV/Aids sollen alle Universitäten Pekings Kondomautomaten aufstellen sowie Präventionsunterricht für neue Studenten einführen. Die Ausbreitung der Krankheit an den Universitäten der Hauptstadt einzudämmen, sei eines der Hauptziele der aktuellen Präventionskampagne der Regierung, sagte Xie Hui, Präventionsbeauftragter der Pekinger Gesundheitsbehörde, jüngst.

Dazu sollen auch Teams von ehrenamtlichen Studenten ausgebildet werden, die in der Studierendenschaft für geschützten Geschlechtsverkehr werben.

 

„Universitäten hätten bereits Jahrzehnte zuvor Kondomautomaten aufstellen sollen“, zitiert China Global Times Zhang Beichuan von der Universitätsklinik Qingdao.

 

Tatsächlich wurden bereits vor Jahren erste Bestrebungen eines leichteren Zugangs zu Kondomen für Studenten unternommen – viele Automaten wegen mangelnder Wartung jedoch schnell wieder außer Betrieb genommen. So sind laut Global Times bereits Maschinen an der Tsinghua Universität in Peking errichtet worden, diese nach nur zwei Jahren jedoch wieder abgeschafft worden. Die Wartung sei zu aufwändig, das benötigte Personal nicht vorhanden, und die Studenten könnten auch im Umfeld der Uni, etwa in angrenzenden Supermärkten, Kondome erwerben.

 

Doch obwohl sie auch im Umfeld des Campus zu erwerben sind, steigt die Zahl der Neuinfektionen seit Jahren an.

 

Allein in Peking hatten sich zwischen Januar und Oktober 2014 laut der Behörde 2932 Menschen mit HIV infiziert, was einen Anstieg von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeute. Über 100 der Neuinfizierten seien Studenten. Der mit Abstand häufigste Grund für die Übertragung sei mit 95 Prozent ungeschützter Geschlechtsverkehr, so die Pekinger Gesundheitsbehörde.

 

 

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