Polizei veröffentlicht Terror-Handbuch

von Jana Kötter, 29. Oktober 2014

 

Die Unruhen in der nordwestchinesischen Region Xinjiang dauern seit Jahren an – und haben schon etliche Menschenleben gekostet. Nun hat die Polizei ein Notfallhandbuch zur Vorbeugung von Terrorismus veröffentlicht.

 

Offiziell ist Xinjiang ein autonomes Gebiet – so wie es Hongkong ist. Und doch zeigen gerade Unruhezeiten immer wieder, wie präsent die chinesische Zentralregierung in Peking trotz des „autonomen“ Status ist. In Hongkong bangten viele, ob Peking in die Proteste eingreifen würde; in Xinjiang toben seit Jahren Unruhen zwischen den Uiguren, die hier zu Hause sind, und den Han-Chinesen – die womöglich von Peking dort angesiedelt wurden.

 

Xinjiang wird traditionell überwiegend von Turkvölkern bewohnt, von denen die größte Gruppe Uiguren  - sunnitische, türkisch sprechende Muslime - darstellen. Den nördlichen Teil der Region bevölkern aber auch Kasachen, im Westen gibt es zahlreiche Minderheiten, darunter Kirgisen, Mongolen und Tadschiken.

 

Immer wieder müssen sich die Uiguren gegen Repressionen der kommunistischen Regierung wehren. Sie beklagen Diskriminierungen aufgrund ihrer Religion und Sprache. Von 1949 bis 1973 nahm der Anteil der Han-Chinesen von 3,7 % auf 38 % zu. Einige  erheben Vorwürfe, die chinesische Regierung strebe eine Sinisierung der einheimischen Bevölkerung an – und habe deshalb mit Absicht Han-Chinesen angesiedelt, um die uigurische Kultur auszurotten.

 

Schon seit dem Altertum war Xinjiang, durch den der größte Teil der östlichen Seidenstraße führt, Gegenstand zahlreicher Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Völkern und Stämmen. In den vergangenen Jahren jedoch hat die Zahl der Menschen, die bei diesen Auseinandersetzungen – heute meist zwischen Uiguren und den chinesischen Polizeibeamten – gestorben sind, dramatisch zugenommen. Während im Jahr 2010 noch 140 Menschen gestorben sind, waren es im vergangenen Jahr über 200.

 

Die Polizei in Xinjiang hat deshalb heute ein Notfallhandbuch zur Vorbeugung von Terrorismus veröffentlicht. Es richtet sich an die Bürger in der Region. In dem Handbuch werden unter anderem verschiedene Typen des gewalttätigen Terrors vorgestellt, Tipps zur Erkennung und Vorbeugung von Anschlägen gegeben, Beispiele von in- und ausländischen Terroranschlägen genannt und Möglichkeiten zur Selbstrettung im Notfall dargestellt.


„Diejenigen, die sich über Sicherheitsfragen bewusst sind und wissen, wie man Terrorismus bekämpft, können nicht nur ihr eigenes Leben retten”, zitiert die Nachrichtenagentur Xinhua Broschüren-Autor Zhang Yubo, „sondern auch die Verluste nach terroristischen Anschlägen eindämmen.“

 

 

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