Smog: Studie belegt Risiken für Neugeborene

von Jana Kötter, 4. Mai 2015

 

Wird die Luft in Peking dick, so sind auf den Straßen von Minute zu Minute mehr Mundschutz-Träger zu sehen – und immer weniger Kleinkinder. Denn viele Eltern bleiben mit ihrem Nachwuchs daheim, wenn mal wieder Smog-Warnung ist. Damit könnten sie durchaus Recht haben, wie eine neue Studie zeigt.

 

Chinesische Frauen, die während der Olympischen Spiele 2008 und damit zu einer Zeit wesentlich geringerer Luftverschmutzung als üblich schwanger waren, haben nicht nur gesündere, sondern auch schwerere Babys zur Welt gebracht als Schwangere in den Jahren 2007 und 2009. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des medizinischen Zentrums der University of Rochester.

 

Das chinesisch-amerikanische Team um David Q. Rich hatte 83.672 Frauen aus vier Stadtbezirken Pekings untersucht, die während der Olympischen Sommerspiele im achten Monat schwanger waren. Ihre Neugeborenen waren duschschnittlich 23 Gramm schwerer als jene, die im Mutterleib durchgängig der sonst in Peking üblichen Luftverschmutzung ausgesetzt waren.

 

Während der Olympischen Sommerspiele waren die Smog-Werte der chinesischen Hauptstadt aufgrund extremer politischer Bemühungen, beispielswiese der Stilllegung von Fabriken, über sieben Wochen bedeutend geringer als gewöhnlich. So führten die Maßnahmen laut der Studie zu einer Reduktion des Schwefeldioxidgehalts um 60 Prozent;  Kohlenstoffmonoxid in der Luft wurde um 48 Prozent reduziert.

 

„Unsere Ergebnisse belegen nicht nur, dass die Luftverschmutzung enorme Konsequenzen für die menschliche Gesundheit hat“, sagte Rich in einer Mitteilung. „Sie zeigen auch, dass diese Schäden zumindest zum Teil wieder aufgehoben werden können.“

 

Über die Frage, ob und wie Luftverschmutzung und das Gewicht von Neugeborenen zusammenhängen, herrscht jedoch keine Klarheit. Frühere Studien kamen zu anderen Ergebnissen.

 

Die Studie der University of Rochester, die in der jüngsten Ausgabe des Journals „Environmental Health Perspectives“ erschienen ist,  geht davon aus, dass die Ergebnisse so eindeutig ausfallen, weil die saubere Luft in den letzten Schwangerschaftswochen und damit dem Zeitpunkt des stärksten Wachstums vorherrschte.

 

 

Zurück zum China-Blog

 

 

 

 

Glückskeks der Woche

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir für immer.

Konfuzius

Keinen Blog-Beitrag mehr verpassen:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jana Kötter 2014