Schwalbennest? Nein, danke!

von Jana Kötter, 2. Februar 2014

Habt Ihr Euch das Olympische Stadion in Beijing schon einmal genauer angeschaut? Verwoben wie ein Vogelnest steht es im Olympischen Viertel in Chinas Hauptstadt, wo es 2008 für die Olympischen Spiele errichtet wurde. Deshalb wird es im chinesischen Volksmund auch liebevoll so genannt – auch wenn die Architekten Pierre de Meuron und Jacques Herzog beim Bau keinesfalls an die Inspiration aus der Natur gedacht haben wollen.

 

Erst in den Medien ist der Begriff erstmals aufgetaucht. Vielleicht, weil die Chinesen eine besondere Vorliebe für die Heime des Federviehs haben? Schwalbennester stehen bei den Asiaten ganz oben – auf der Speiseliste. Allerdings würde ich davon abraten, (yànwō) zu bestellen. Sind die Schwalbennester doch aus dem getrockneten, zähen Speichel der Salanganen-Vögel. Die Weißnestsalangane beispielsweise baut ihr Nest ausschließlich aus Speichel auf. Und genau diese beinahe weißen und wie Wasserglas aussehenden Nester sind die wesentliche Zutat der Schwalbennestersuppe. Aber auch die von den Schwarznestsalanganen gebauten sogenannten schwarzen Nester, die neben Speichel hauptsächlich aus Federn bestehen, gelten als Delikatesse.

 

Für mich ist das ja nichts – und für die Vögel auch nicht. Denn weil die Chinesen so verrückt nach ihren Nestern sind, benötigen sie besonderen Schutz. Deshalb haben sich Umwelt- und Tierschützer nun besonders über das neue Verbot der Delikatessen aus Wildtierbeständen auf offiziellen Empfängen der Regierung gefreut. Mehrere Aktivisten sprachen von einem wichtigen Schritt, um bedrohte Arten vor der Ausrottung zu bewahren.

 

Und auch ich kann diesen nur für gut befinden – so lange dieser von Präsident Xi Jinping auch konsequent durchgeführt wird. Da stehe ich doch lieber vor dem Stadion, bewundere seine Vogelnest-Form und esse eine vegetarische Spezialität. Immerhin gibt es von denen auch allerhand.

 

Guten Appetit!

 

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