Hauptsache, schnell!

von Jana Kötter, 31. Juli 2014

 

Nun ja, wenn es schnell gehen muss – dann ist für Genauigkeit eben nicht so viel Platz. Und im Schnell-Bauen ist China immerhin Weltmeister. Dass das jedoch wirklich ganz schön in die Hose gehen kann, beweist nun ein Sportplatz in der Provinz Heilongjiang.

 

Denn dieses Sportstadion wurde kürzlich komplett saniert – und dabei wurde auch die typisch ovale Aschebahn ausgetauscht. Und gegen eine rechtwinklige Laufbahn ersetzt.

 

Langstreckenläufer Zhang Yong zeigte sich verwundert. Die Laufbahn sei abscheulich, sagte er. "Es ist unmöglich, auf so einer Bahn zu trainieren", zitiert Spiegel Online den Sportler. Li Yuxue, Chef des Leichtathletikverbandes der Provinz, sagte: "Rechtwinklige Kurven bremsen die Läufer ab, sie werden keine guten Resultate erzielen."

 

Doch dabei geht es doch gerade: die Schnelligkeit.

 

Denn dass solch ein grober Patzer überhaupt passieren konnte, lag wohl an einem kurzfristig angekündigten Besuch mehrerer hochrangiger Mitglieder der Kommunistischen Partei. Ursprünglich hätte man die runde, abgelaufene Bahn ersetzen wollen, sagte ein Sportfunktionär. Doch weil man bis zum Besuch der Parteiführer fertig sein wollte, habe man sich eben für die Lösung mit den rechten Winkeln entschieden. Das sei einfach schneller gegangen.

 

 

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