Schreien für eine gute Ernte

von Jana Kötter, 8. April 2014

Schreien – das kann helfen, Aggressionen abzubauen, sich gegen einen Gegner zur Wehr zu setzen oder dem Partner Beine zu machen. Und es kann helfen, die Ernte anzuregen. Das zumindest glauben die Teefarmer in der südostchinesischen Provinz Fujian. Denn sie haben gestern die Erntesaison eröffnet. Und dabei erst einmal losgeschrien.


„Hanshan“ nennt sich diese Zeremonie ganz offiziell, „Schrei den Berg an“, wenn man es wörtlich übersetzt. Gesagt, getan. So standen die Arbeiterinnen gestern früh, der dichte Nebel hatte sich gerade verzogen, auf den Teefeldern und schrien aus voller Seele. Mag sein, dass sich dabei einige Aggressionen gelöst haben. Mag aber auch sein, dass der Berg vor Angst vor den spitzen Stimmen am liebsten flüchten wollte. So genau weiß man das nicht – und ebenso wenig, wo genau die Hunderte von Jahren alte Tradition herkommt.


Schreien ist eben eine sehr vielseitige Tätigkeit. Bleibt nur zu hoffen, dass der Berg die Schreie versteht – und ordentlich Ernte abwirft.

 

 

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