China und Russland rücken zusammen

von Jana Kötter, 12. Mai 2015

 

Moskau und Peking wollen ihre strategische Partnerschaft vertiefen. Nicht nur der Besuch von Chinas Staatspräsident Xi Jinping in Russland verdeutlichte das – auch die heute begonnene Militärübung im Mittelmeer ist ein deutliches Zeichen.

 

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatte am Wochenende ein vollgepacktes Programm: Als prominentester Gast in Russland hat er an der Militärparade zum 70. Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkrieges teilgenommen, mit Russlands Staatschef Wladimir Putin gesprochen – und dabei vermutlich auch die neue strategische Partnerschaft zum Thema gemacht.

 

Erstmals halten Russland und China gemeinsam ein Militärmanöver auf dem Mittelmeer ab, insgesamt zehn Kriegsschiffe der beiden Länder nehmen dort an einer heute gestarteten zehntägigen Übung teil. Auch Schießübungen mit scharfer Munition würden stattfinden, hieß es vom chinesischen Verteidigungsministerium.

 

Und auch auf Rüstungsebene kommt man sich näher: Als erstem ausländischen Staat wurde China gestattet, S-400-Raketen zu kaufen, Russlands modernstes Luftabwehrsystem. Moskau will zusammen mit Peking einen neuen Militärhubschrauber entwickeln; man denkt auch über eine gemeinsame Mond-Basis nach.

 

Mit der neu belebten Partnerschaft wollen die Länder den Einfluss der USA zurückdrängen.

 

Die Übung dürfte auch Thema beim jüngsten Staatsbesuch Xi Jinpings gewesen sein. In einem Schreiben gratulierte Xi anlässlich des Jubiläums. Er betonte, China und Russland hätten beide als Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs dienen müssen. Mit der gemeinsamen Feier des Sieges über den Faschismus wolle man den Willen demonstrieren, die antifaschistische Gesinnung und das Streben nach Gerechtigkeit in der Welt auch in Zukunft wahren zu wollen. Die Tragödien des Krieges dürften sich nicht wiederholen.

 

China und Russland müssten in der Welt eine Vorbildfunktion für die Wahrung des Friedens und die bilaterale Zusammenarbeit erfüllen.

 

Kurz vor seinem Besuch in Moskau hatte Xi in der russischen Tageszeitung „Rossijskaja gaseta” einen Gastbeitrag veröffentlicht. In dem Artikel „Die Geschichte verinnerlichen – die Zukunft bereiten” erinnerte Xi an die gemeinsamen Kämpfe von China und Russland in der Vergangenheit und brachte die Entschlossenheit beider Länder zur Verteidigung der Erfolge des Zweiten Weltkriegs zum Ausdruck.

 

Westliche Staats- und Regierungschef hatten den Gedenk-Termin auf dem Roten Platz übrigens demonstrativ gemieden.

 

 

Lesetipp zur militärischen Partnerschaft zwischen Russland und China: "Kanonengrollen im Mittelmeer", Spiegel Online

 

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