Chinas White Paper zur Entwicklungshilfe

Eine Zusammenfassung von Jana Kötter, 12. Juli 2014

 

„Das Leben der Bevölkerung verbessern“ und „die wirtschaftliche und soziale Entwicklung vorantreiben“ – unter diesen Prinzipien betreibt auch die chinesische Regierung Entwicklungshilfe. Insgesamt 121 Länder erhalten Geld aus dem Reich der Mitte.

 

In dieser Woche hat die chinesische Regierung ihr zweites White Paper zur Entwicklungshilfe herausgegeben. Das lang erwartete Dokument gibt eine detaillierte Übersicht über die geleistete Entwicklungshilfe der Jahre 2010 bis 2012 und knüpft damit an das erste, im April 2011 erschienene Dokument an.

 

Demnach hat die chinesische Regierung in den drei Jahren insgesamt 14,41 Milliarden US-Dollar  investiert, um anderen Regionen zu helfen. Insgesamt floss das Geld in 121 Länder; 51 davon in Afrika, 30 in Asien, 19 in Lateinamerika, 12 in Europa und 9 in Ozeanien. Nur 285 Millionen Dollar gingen an multilaterale Organisationen wie die UN.

 

Zwei Prinzipien stehen laut White Paper im Mittelpunkt der chinesischen Entwicklungshilfe: „das Leben der Bevölkerung verbessern“ und „die wirtschaftliche und soziale Entwicklung vorantreiben“.

 

Doch was bedeutet das genau? Unter die erste, relativ oberflächlich gehaltene Absicht fasst die chinesische Regierung viele Aspekte: die Reduzierung der Armut, landwirtschaftliche Entwicklung, Verbesserung des Bildungsstands, Zugang zu medizinischer Versorgung, und humanitäre Hilfe. So hat China im Zeitraum von 2010 bis 2012 beispielsweise 17 Landwirtschaftszentren unterhalten, in denen unter anderem ausgebildet wurde; 80 medizinische Anlaufstellen errichtet und 29 Brunnenbohrungen vorgenommen.

 

Die zweite Zielsetzung, „die wirtschaftliche und soziale Entwicklung voranzutreiben“, ist da schon wesentlich interessanter. Das Regierungsdokument legt hier einen besonderen Fokus auf die Verbesserung der Infrastruktur, ein Vorantreiben des Handels sowie des Umweltschutzes. Ähnlich wie andere Länder, beispielsweise Australien, arbeitet China hier eine „wirtschaftliche Diplomatie“ heraus, die unter anderem Exporte nach China unter vergünstigten Bedingungen für unterentwickelte Staaten vorsieht.

 

In Zukunft, gibt das Weißbuch einen Ausblick, werde weiter in die Entwicklungshilfe investiert. Genaue Absichten werden hier nicht verraten; vielmehr ist das Dokument von Floskeln geprägt: Man müsse weiterhin unterentwickelten Ländern auf ihrem Weg nach oben assistieren, die Effizienz dabei erhöhen, Strukturen optimieren. China sei bereit, hier mit der internationalen Gemeinschaft zu kooperieren, um den “Traum des andauernden Friedens und der gemeinsamen Entwicklung” wahr werden zu lassen.

 

Das gesamte Dokument gibt es in englischer Sprache bei der Nachrichtenagentur Xinhua.

 

 

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