China will absolute Klimaziele ab 2016 setzen

von Jana Kötter, 3. Juni 2014

 

Es ist eine Nachricht, die –sollte sie wirklich wahr werden– einen absoluten Wendepunkt in der globalen Klimapolitik darstellt: China will erstmals auch absolute Ziele für die Reduzierung des eigenen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes akzeptieren. Das Ziel werde in den nächsten Fünf-Jahres-Plan aufgenommen, der 2016 in Kraft tritt, beruft sich Reuters auf He Jiankun, den Vorsitzenden des Chinesischen Beratungskomitees für Klimawandel.

 

Nur einen Tag, nachdem die USA ihre neuen Klimaschutz-Ziele bekanntgegeben haben, könnte diese Botschaft einen absoluten Durchbruch in den internationalen Klimaverhandlungen bedeuten. Bisher hatte sich China stets darauf berufen, dass absolute Ziele für das Land nicht gerecht seien, da die Entwicklung viel später als im Westen begonnen habe und dies beim gemeinsamen Klimaschutz berücksichtigt werden müsse. Bindende Vorgaben hatte das Land deshalb stets abgelehnt und daher als Blockierer bei internationalen Klimaverhandlungen gegolten. Auch wurde immer wieder die Kritik hervorgebracht, dass China zu einem großen Teil Waren für den Westen produziert – die CO2-Ausstöße der Produktion jedoch dem Land selber zu Last getragen werden.

 

Bereits 2006 hatte China die USA als absolut größter Produzent von Kohlenstoffdioxid überholt; der Pro-Kopf-Verbrauch liegt jedoch wesentlich geringer als in den westlichen Industrienationen. Der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß wird insgesamt wohl noch bis 2030 weiter steigen, vermutet Reuters, da erst 2020-2015 mit einer Reduzierung des Kohleverbrauchs gerechnet werden kann, sagt He. Jedoch bedeutet der Schritt, zusätzlich zu den relativen, an das Wirtschaftswachstum gekoppelten  Zielen auch absolute Zahlen zu akzeptieren, dass die Vorgaben strenger geprüft werden können.

 

Wo genau das Ziel liegen wird, ist derzeit noch unklar, und wird vermutlich auch nicht vor kommende, Jahr bekanntwerden. Nichtsdestotrotz: Die Tatsache, dass die zwei größten Umweltsünder China und USA nun innerhalb von nur 24 Stunden so positive Botschaften verkündet haben, lässt viele Klimaschützer optimistisch werden. So zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Michael Grubb, Professor für internationale Klimapolitik am University College London: „Die chinesische Bekanntmachung markiert den wohl wichtigsten Wendepunkt der globalen Debatte um den Klimawandel.“

 

 

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