China will Weltraumwaffen vorantreiben

von Jana Kötter, 15. April 2014

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind vergangenes Jahr zum zweiten Mal in Folge gesunken – insgesamt um 1,9 Prozent, wie der aktuellste Bericht des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) zeigt. Dabei ist das Ergebnis mehr als täuschend: Denn rechnet man die USA als größte Militärmacht aus der Statistik heraus, so klettern die weltweiten Rüstungsausgaben weiter. Auch in China. Hier steht vor allem die Weltraumwaffe im Fokus.


Alle Welt rüstet auf – nur die USA, die größte Militärmacht der USA, senkt ihre Ausgaben für die Armee. Sie drosselte ihr Militärbudget laut Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent auf 460 Milliarden Euro. Grund hierfür waren das Ende des Irak-Einsatzes, der beginnende Afghanistan-Rückzug und der Sparkurs des Pentagon.

 

Verschiebt man den Blick weg von den USA hin zu anderen Ländern, so sehen die Sipri-Ergebnisse jedoch schon ganz anders aus. Ohne die USA kletterten die weltweiten Rüstungsausgaben nämlich um 1,8 Prozent. "Der Anstieg der Militärausgaben in Schwellen- und Entwicklungsländern setzt sich unvermindert fort", zitiert Spiegel Online den Sipri-Experten Sam Perlo-Freeman. "Während das in manchen Fällen eine natürliche Folge des Wirtschaftswachstums oder die Antwort auf Sicherheitsbedürfnisse ist, steht es in anderen Fällen für eine Verschwendung von Ressourcen, die Dominanz autokratischer Regime oder einen beginnenden regionalen Rüstungswettlauf."

 

So wie in Asien: Peking hat in den vergangenen Jahren kräftig aufgerüstet – und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Streit um Inselgruppen in Ostasien hat dazu geführt, dass auch die Philippinen und Vietnam deutlich mehr Geld in ihr Militär stecken. Und auch die Führung in Tokio hat einen Kurswechsel eingeleitet: "Japans Sorge über Chinas wachsende militärische Stärke hat im Zusammenspiel mit der nationalistischen Politik der japanischen Regierung dazu geführt, das Tokio seinen langjährigen Sparkurs bei der Armee gestoppt hat", sagt Perlo-Freeman auf Spiegel Online.

 

Doch nicht nur die Beziehung zu anderen asiatischen Ländern gilt es zu beobachten. Auch jene zur weltweit größten Militärmacht, den USA, bleibt spannend. Insbesondere in der Aufrüstung der Weltraumwaffen liefern sich die beiden Spitzen-Mächte ein gefährliches Wettrennen – bei dem Chinas Präsident Xi Jinping weiter vorlegen will. Die Luft- und Weltraumwaffen müssen vorangetrieben und die offensiven und defensiven Kräfte gestärkt werden“, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua den Präsidenten bei einem Besuch auf einer Luftwaffenstation gestern Nachmittag.

 

Das fordert heute auch die staatliche Tageszeitung „China Daily“. „Die Idee, Luft- und Weltraumwaffen zu kombinieren, ist für die chinesische Luftwaffe keine neue”, heißt es dort. „Eine Vielzahl von Experten hat die hohe Bedeutung der Weltraumwaffen unterstrichen.“ Dass hierbei aber noch Aufholbedarf besteht, zeigen unter anderem die Probleme mit dem chinesischen Mondrover „Jadehase“.

 

Aufholen will China vor allem mit Blick auf die USA. Sie waren es, die in den 1950er Jahren als erstes Land Anti-Satelliten-Waffen entwickelten. Aktuell, so heißt es, unternehme man dort jedoch keine weiteren Anstrengungen. Für China ist das kein Grund, sind auszuruhen. “Die USA hat in der Vergangenheit sowohl Luft- als auch Weltraumwaffe mit beachtlichen Ressourcen und Anstrengungen vorangetrieben, und auch andere Staaten haben im Weltraum aufgerüstet“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Wang Ya'nan, den Chefredakteur des „Aerospace Knowledge“-Magazins in Peking. „China hat zwar den friedvollen Einsatz der Weltraumwaffen bekräftigt, aber wir müssen sicherstellen, dass wir mit anderen Ländern mithalten können“, so der Experte. Damit gibt er auch Präsident Xi Jinping Recht: Er hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass sich China im Bereich der Weltraumwaffen zur „Supermacht“ entwickeln wolle.

 


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