Konflikt im Chinesischen Meer verschärft sich

von Jana Kötter, 8. Mai 2014

Der Streit um die Vorherrschaft im Südchinesischen Meer verschärft sich. Elf chinesische Männer wurden von philippinischen Truppen festgenommen, nur kurz darauf rammten chinesische Schlepper vietnamesische Boote. Mehrere Menschen wurden verletzt.


Es sind zwei neue Zwischenfälle in einem alten, seit langem andauernden Streit um die Frage, unter wessen Hoheit das Chinesische Meer fällt: Gestern stoppten zunächst philippinische Behörden ein Fischerboot aus China und nahmen elf Besatzungsmitglieder fest. Der Grund: An Bord seien 500 Schildkröten gefunden worden, von denen einige tot gewesen seien. Die Tiere stehen in den Philippinen zum Teil unter Artenschutz.


Das wollte sich China natürlich nicht gefallen lassen. Das Außenministerium in Peking forderte die philippinische Regierung unmittelbar nach Bekanntwerden des Festsetzens auf, die Besatzung und das Boot freizugeben. Die Philippinen müssten Provokationen unterlassen, erklärte eine Sprecherin laut Spiegel Online.


Kurz darauf waren es dann aber die Chinesen selber, die provozierten: Denn chinesische Schiffe griffen – ebenfalls gestern – vietnamesische Boote an, als diese die Verankerung einer Bohrinsel verhindern wollten. Die Hochseeschlepper rammten die Boote und schossen mit Wasserkanonen auf sie. Dabei wurden mindestens sechs Vietnamesen verletzt, zahlreiche Boote beschädigt.


"Unsere Polizei- und Fischereischutzkräfte haben extreme Zurückhaltung geübt, wir werden das auch weiterhin so machen", zitiert Spiegel Online den stellvertretenden Kommandeur der vietnamesischen Küstenwache, Ngo Ngoc Thu. "Aber wenn (die chinesischen Schiffe) uns weiter rammen, werden wir uns auf ähnliche Weise verteidigen."

Auf einer Pressekonferenz in Hanoi wurde auch ein Video gezeigt. Darauf ist zu sehen, wie chinesische Schlepper die vietnamesischen Schiffe rammen und mit Feuerlöschkanonen auf sie schießen.


Im Südchinesischen Meer kommt es – ebenso wie im Ostchinesischen Meer, wo es um die Diaoyu-Inseln (japanisch: Senkaku-Inseln) geht – immer wieder zwischen China und anderen benachbarten Nationen zu Zwischenfällen. Peking beansprucht fast das gesamte Gebiet für sich, unter dem große Öl- und Gasvorkommen lagern. Aber auch Vietnam, die Philippinen, Taiwan, Malaysia und Brunei haben Territorialansprüche. Vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Barack Obama die Region besucht und Verbündeten wie den Philippinen seine Hilfe zugesagt.

 

 

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