Korruptions-Index: China fällt um 20 Plätze

von Jana Kötter, 9. Dezember 2014

 

Wirtschaftliches Wachstum ist nicht selten mit Korruption verknüpft – das zeigt der jüngst veröffentlichte Korruptions-Index von Transparency International (TI). Ein Beispiel dafür ist China, das in dem Ranking Platz 100 von 174 belegt. Doch vor Ort bezweifelt man die Echtheit des Ergebnisses.

 

"Aufstrebende Wirtschaftsnationen, deren Regierungen Transparenz verweigern und Korruption tolerieren, schaffen ein Klima der Straflosigkeit, in dem Korruption blüht", sagte José Ugaz, Vorsitzender der Organisation Transparency International (TI). Gerade in aufstrebenden Wirtschaften müsse aber auf gesundes Wachstum geachtet werden, warnte er – und blickte dabei nicht zuletzt auf Nationen wie China.

 

Rang 100 von 174 hat das Reich der Mitte im jüngst veröffentlichten Korruptions-Index belegt – und ist dabei um ganze 20 Plätze gefallen. Ein auf Korruption aufgebautes Wachstum lasse sich langfristig jedoch nicht halten, warnte Ugaz.

 

Der Corruption Perception Index (CPI) oder kurz Korruptionsindex listet 174 Nationen nach dem vermuteten Grad der Korruption im öffentlichen Sektor im Land, spiegelt also Bestechlichkeit, Vetternwirtschaft und Käuflichkeit bei Mitgliedern von Regierung, Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen wieder. Er stützt sich auf verschiedene Umfragen und Untersuchungen von unabhängigen Institutionen, darunter Weltbank und Weltwirtschaftsforum. Laut TI werden Geschäftsleute sowie Länderanalysten befragt und Umfragen mit Staatsbürgern im In- und Ausland miteinbezogen.

 

Die Korruption ist demnach in politisch instabilen Staaten am höchsten, in Ländern mit einem hohen Maß an Pressefreiheit, transparenten Finanzflüssen und starken Haftungsmechanismen dagegen am niedrigsten. Als Staat mit der niedrigsten Korruptionsrate listet Transparency wie bereits in den vergangenen Jahren Dänemark auf Platz 1. Deutschland liegt unverändert auf Platz zwölf.

 

In China wurden nach dem Ergebnis jedoch Zweifel laut. Zu sehr glaubt man dem Erfolg der Anti-Korruptions-Kampagne von Präsident Xi Jinping, als dass dieses Ergebnis wahr sein könnte.

 

Die Zweifel sind jedoch keinesfalls nur im einfachen Volk vorhanden, das den Imagekampagnen der Regierung glaubt. Auch die Global Times hat eine Anfrage an TI gestellt, auf welchen Aussagen das Ergebnis basieren würde. Demnach wurden 13 Aussagen zur Bewertung herangezogen; zwei von ihnen vergaben extrem schlechte Zeugnisse für China. Global Times kritisierte, dass man diese Stimmen einfach zur Berechnung hinzugezogen habe, die außerordentlich schlechte Bewertung jedoch nicht hinterfragt habe.

 

In Folge dessen hat die Zeitung den diesjährigen Korruptionsindex in Bezug auf China einen „fahrlässigen Fehler“ genannt – und die Frage gestellt, inwiefern man westlichen Organisationen wie TI überhaupt trauen sollte.

 

 

Zurück zum China-Blog

 

 

Glückskeks der Woche

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir für immer.

Konfuzius

Keinen Blog-Beitrag mehr verpassen:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jana Kötter 2014