Peking verschärft Internetzensur

von Jana Kötter, 30. Januar 2015

 

Facebook? Internetseiten von Menschenrechtsorganisationen? Fehlanzeige. „Kritische“ Internet-Angebote sind in China Tabu – und werden in Zukunft noch stärker kontrolliert. Die Regierung verteidigt ihre harte Hand: "Das Land braucht neue Methoden, um neue Probleme zu bewältigen.“

 

Dass Facebook, Twitter und Co. in China nicht problemlos zu besuchen sind, ist kein Geheimnis. Doch ebenso bekannt ist es, dass die Internetzensur des chinesischen Staates mit sogenannten VPN-Verbindungen umgangen werden kann. Besonders junge Internetnutzer und internationale Bewohner des Landes nutzen diese Dienste, mit denen Nutzer Website-Blockaden umgehen können, gerne.

 

Experten schätzen die Zahl der VPN-Nutzer in China auf 90 Millionen. Im Jahr kosten VPN-Dienste meist zwischen 60 und 100 Dollar. Ein Betrag, den die Nutzer gerne zahlen, um uneingeschränkten Zugang zum WWW zu erhalten – und nicht nur soziale Netzwerke, sondern beispielsweise auch die Seiten von Menschenrechtsorganisationen oder sonstige „kritische“ Inhalte zu besuchen. Dank VPN bauen Computer oder Handy mit spezieller Software eine verschlüsselte Verbindung zu einem Server im Ausland auf, der unbeschränkten Zugang zum Internet bietet.

 

Doch das könnte sich nun ändern. Bereits am Montag berichteten große Anbieter von VPN-Diensten wie Astrill oder Golden Frog, dass ihre Server von China aus teilweise nicht mehr erreichbar seien. Nach Angaben von Astrill klagten Nutzer, dass sie mit iPhone oder iPad keine Tunnelverbindungen zu gesperrten Websites mehr herstellen könnten. Golden Frog berichtete, viele seiner Server seien von China aus "gegenwärtig nicht mehr erreichbar", schrieb Spiegel Online.

 

"Es ist deutlich, dass die Tunneldienste den chinesischen Internetbehörden jetzt ein Dorn im Auge sind", zitierte das Magazin Jeremy Goldkorn von Danwei, einer Firma für Medien- und Internetbeobachtung in China.

 

Chinas Regierung hat die massive Störung von ausländischen VPN-Diensten daraufhin verteidigt. Man müsse "neue Wege benutzen, um die Sicherheit im Internet zu wahren", sagte Wen Ku, Direktor für Telekommunikation im Ministerium für Industrie und Information, vor der Presse in Peking. Technische Details nannte der Direktor allerdings nicht. Nur: "Das Land braucht neue Methoden, um neue Probleme zu bewältigen.“

 

 

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