Polizei räumt Protest-Lager in Hongkong

von Jana Kötter, 11. Dezember 2014

 

Die Straßen sind leer, hier und dort liegt noch ein zerbrochener Stuhl, ein verlassenes Zelt. Dass hier im Hongkonger Stadtteil Admiralty bis vor Kurzem noch hunderte Demonstranten für mehr Demokratie protestiert haben – und das seit 75 Tagen -, daran erinnert in diesen Stunden kaum noch etwas.

 

Heute wurden die Camps und Straßenblockaden von #OccupyHK endgültig geräumt. Rund 7000 Beamte sind mobilisiert worden, um die Gerichtsbeschlüsse zur Beseitigung "illegaler Blockaden" durchzusetzen. Die Polizei warnte vor radikalen Kräften in der Bewegung und einer "unnötigen Konfrontation". Es werde notfalls auch hart durchgegriffen, hieß es.

 

Nach Polizeiangaben sind bei den insgesamt zehnwöchigen Demonstrationen mehr als 600 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Hunderte Personen wurden verletzt, darunter über hundert Polizisten.

 

Die Arbeiter, die gerufen wurden, um die Blockaden abzubauen, wurden deshalb von Sicherheitskräften begleitet. Die wären jedoch gar nicht nötig gewesen: Die Demonstranten wehrten sich nicht aktiv gegen die gerichtlich angeordnete Räumung, sondern übten mit Sitzblockaden zivilen Ungehorsam.  

 

Für die Demonstranten ist der Protest mit der Räumung noch nicht vorbei: "Wir werden in Zukunft noch größere Aktionen organisieren, um zu zeigen, dass wir nicht einfach eine Niederlage eingestehen", zitiert Spiegel Online den Studentenführer Nathan Law. Das Camp in Admiralty war der Hauptversammlungsort der im Wesentlichen von Studenten angeführten Aktivisten.

 

Als das Räumungskommando anrückte, kündigten sie in Sprechchören und mit Schriftzügen auf der Straße an, zurückzukehren. Auf Bannern zur Räumung hieß es: "Wir werden zurückkommen" oder "Es ist erst der Anfang".

 

 

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