Proteste in Hongkong: Wie geht es weiter?

von Jana Kötter, 28. Oktober 2014

 

Seit fast fünf Wochen dauern die Proteste für mehr Demokratie in Hongkong bereits an – doch sie scheinen in einer Sackgasse festzustecken. Währenddessen vergleichen Ärzte aus der Stadt die Demokratiebewegung mit einem Krebsgeschwür.

 

Monat zwei beginnt, und noch immer dauern die Proteste der Occupy-Bewegung in Hongkong an. Eine Lösung ist dabei nach wie vor nicht in Sicht: Die protestierenden Studenten wollten am Wochenende über das weitere Vorgehen abstimmen – die kurzfristig anberaumte Befragung zur Zukunft fand dann aber doch nicht statt. Man habe nicht genügend mit den Bürgern gesprochen, erklärten die Aktivisten. Die Anhänger der Demokratiebewegung sollten eigentlich darüber abstimmen, ob sie zu Verhandlungen mit der Führung der chinesischen Sonderverwaltungszone bereit sind.

 

Als Grund für die "Verschiebung" nannten die Organisatoren Meinungsverschiedenheiten, auf welche Weise die Abstimmung erfolgen soll. Ein neuer Termin wurde nicht genannt. In einem Statement auf der Facebook-Seite der Bewegung "Occupy Central" hieß es: "Wir glauben, dass eine Massenbewegung im Einklang mit dem Willen des Volkes handeln sollte, und bitten die Öffentlichkeit um Entschuldigung für die mangelnde Debatte unter den Teilnehmern, bevor wir das Referendum ansetzten."

 

Die Ansichten zur mehr als fünf Woche andauernden weitreichenden Blockade der Stadt gehen dabei weit auseinander. Mehr als 550 Ärzte aus Hongkong haben eine Petition unterschrieben, die den Protest mit einem Krebsgeschwür vergleicht, das Hongkongs Werte angreift. Laut South China Morning Post fordern die Mediziner die Demonstranten auf, den Protest aufzugeben – während zahlreiche andere der insgesamt 14.000 niedergelassenen Ärzte der Stadt betonen, nicht mit der Petition übereinzustimmen.

 

Auch Jack Ma, Gründer des Internet-Riesens Alibaba, hat sich währenddessen zu den andauernden Protesten in seiner Heimatstadt geeinigt. „Der Hongkonger Teil von mir glaubt, dass es nicht um die Beziehung zwischen Hongkong und China geht“, zitiert das Wall Street Journal Chinas reichsten Mann. „Es geht um die jungen Menschen, die keine Hoffnung haben.“ Dementsprechend spiegelten die Proteste nicht nur politische Ängste, sondern vor allem die wirtschaftlichen Herausforderungen der Hongkonger wieder.  

 

 

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