Schwere Vorwürfe gegen Hongkonger Polizei

von Jana Kötter, 15. Oktober 2014

 

Die Situation in Hongkong droht nun endgültig zu eskalieren: Bei einem gewaltsamen Einsatz der Polizei gegen Demonstranten sind in der Nacht zu heute 45 Menschen festgenommen worden. Die Polizei setzte zur Räumung eines blockierten Tunnels Pfefferspray und Schlagstöcke ein, eine unbekannte Zahl von Demonstranten wurde verletzt. Es waren die schwersten Auseinandersetzungen seit Beginn der Demonstrationen für mehr Demokratie in Chinas Sonderverwaltungsregion vor zwei Wochen.

 

Für besonders große Empörung sorgt dabei ein Video, das der Fernsehsender TVB ausstrahlte und zeigt, wie Polizisten bei dem Einsatz am frühen Mittwochmorgen einen Mann in eine dunkle Ecke tragen, auf den Boden legen und immer wieder mit Fußtritten traktieren. Laut TVB hat dieser Vorfall insgesamt rund vier Minuten gedauert.

 

Die Echtheit des Videos, das die New York Times auf ihrer Website veröffentlicht hat, wurde zunächst nicht in allen Medien anerkannt; die Polizei in Hongkong kündigte jedoch sofort eine interne Untersuchung ihrer Arbeit an, berichtet das Wall Street Journal.

 

Der geschlagene junge Mann soll Ken Tsang sein, sein Anwalt Dennis Kwok sprach nach dem Öffentlichwerden des Videos mit den Medien. Ken Tsang soll nun zur Untersuchung in der Ruttonjee Klinik sein, so Kwok. Er habe Angst, innere Verletzungen von den Tritten erlitten zu haben.

 

Nach einer Chaosnacht könnte das Video sowie die Bilder von Ken Tsangs Verletzungen, die kursieren, nun für weiteren Zündstoff in der bisher friedlich verlaufenen Demonstration sorgen.

 

Die Besetzung des Lung Wo-Tunnels, die dem Aufruhr zuvor ging, geht nach Angaben von Studentenführern nicht auf die Studentenvereinigung oder die "Scholarism" genannte Gruppe der Oberschüler zurück, die als treibende Kräfte hinter den Protesten stehen. Vielmehr hätten einige Demonstranten offenbar auf eigene Faust gehandelt, zitierten lokale Medien einen Studentenführer. Es sei eine Reaktion auf die Räumung von Barrieren durch die Polizei am Dienstag und die Absage des ursprünglich geplanten Dialogs durch die Regierung gewesen.

 

 

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