Streit um Chinesische Meere spitzt sich zu

von Jana Kötter, 12. Juni 2014

 

Im Konflikt um Seegebiete vor der asiatischen Küste wird es nicht ruhiger. Während das Reich der Mitte im Südchinesischen Meer offenbar eigene Inseln aufschütten lässt, sind über dem Ostchinesischen Meer beinahe zwei Kampfjets aus China und Japan kollidiert.

 

Der neueste Schachzug Pekings im Streit um Seegebiete im Südchinesischen Meer ist keinesfalls gewaltsam – dafür aber umso kreativer: Berichten zufolge ist Peking dabei, künstliche Inseln in der Region aufzuschütten. Auf diese Weise versuche Peking, die Region buchstäblich neu zu ordnen, schreibt das Manager Magazin.

 

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg wurden chinesische Schiffe dabei beobachtet, wie sie große Mengen an Baumaterial in das fragliche Seegebiet transportierten. Frachter mit Sand, Zement, Holz und Stahl an Bord würden regelmäßig auf den Meeren nahe den umstrittenen Spratlys pendeln. Es erinnere beinahe an den Bau künstlicher Inseln, der schon dem Emirat Dubai zu Berühmtheit verholen habe.

 

"Sie bauen Inseln, die es vorher niemals gegeben hat", zitiere Bloomberg den Bürgermeister des Spratly-Ablegers "Kalayaan", schreibt das Manager Magazin. "Der Bau schreitet unaufhaltsam voran." Nach Ansicht des Lokalpolitikers könnte die Entwicklung die völlige Kontrolle der Spratlys durch die Chinesen zur Folge haben.

 

Um die Inselgruppe im Südchinesischen Meer gibt es seit schon Jahrzehnten Streit. Mit China, Taiwan, Vietnam, Brunei, Malaysia und den Philippinen erheben insgesamt sechs Staaten entweder vollständig oder teilweise Ansprüche auf die Inselgruppe, die aus mehr als 100 kleinen Eilanden, Riffen und Atollen besteht.

 

Doch nicht nur hier gab es in den vergangenen Wochen immer wieder neue Reibereien: Auch im Ostchinesischen Meer legt sich das Reich der Mitte mit seinen Nachbarn an, hier geht es um die Diaoyu-Inseln (japanisch: Senkaku-Inseln).

 

Hier kam es heute beinahe zu einer Kollision zwischen zwei japanischen und chinesischen Kampfjets, für die sich beide Länder gegenseitig verantwortlich machen. Bei dem Zwischenfall über dem Ostchinesischen Meer hatten sich die Flugzeuge bis auf 30 Meter genähert.

 

Japan bestellte laut Spiegel Online den chinesischen Botschafter ein, Chinas Verteidigungsministerium warf hingegen der japanischen Luftwaffe eine gefährliche Aktion vor, mit der sie die Sicherheit des chinesischen Flugzeugs bedroht habe. Ein Regierungssprecher in Tokio soll die Anschuldigungen zurückgewiesen haben. Zwei chinesische Su-27-Kampfflugzeuge hätten die japanische Maschine bedroht und zu einem riskanten Manöver gezwungen. "Die chinesische Kritik ist irrelevant", sagte Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga.

 

Dass sich die Lage in den Chinesischen Meeren beruhigen wird, ist deshalb eher unwahrscheinlich. Zu sehr sind die Spannungen zwischen den Ländern in den vergangenen Jahren gewachsen, und zu groß ist das Interesse an dem, was unter beiden Meeren lagern soll: wertvolle Rohstoffe.

 

 

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