#TAM25: Das Massaker und die Musik

von Jana Kötter, 26. Mai 2014

 

“Why don’t you ask the kids at Tiananmen square / was fashion the reason why they where there / they disguise it hypnotize it television made you buy it” – Es ist eine deutliche Anspielung auf das, was in diesen Wochen und vor allem am 4. Juni vor 25 Jahren in Peking passiert ist, gesungen von der Rockband “System of a Down”. In ihrem Song „Hypnotize“ aus dem Jahr 2005 widmen sie schon die ersten Zeilen den Opfern des Protests – und sind damit nicht die einzigen.

 

Denn immer wieder findet der Protest der Studenten, der 1989 auf dem Tiananmen-Platz stattfand, Eingang in die Kunst. In vielen literarischen Werken ist er erwähnt, selbstverständlich gibt es – zumindest aus dem Westen – zahlreiche Dokumentationen über die Bewegung und die blutige Niederschlagung, ganz gleich, ob als Buch oder Film.

 

Auch die Musik greift die Thematik immer wieder auf.

 

Schon 1989 arbeitete die britische Rockband Marillion in ihrem Album „Seasons End“ die Ereignisse in Peking auf. Im Lied „King of Sunset Town“ heißt es unter anderem „And everyone assembled here / remembers how it used to be / before the 27th came / this place will never be the same“ als Anspielung darauf, dass die 27. Armee diejenige war, die den Platz räumte.

 

„The Cure“-Sänger Robert Smith widmete noch am Abend des 4. Juni 1989 beim Auftritt im Palaeur in Rom den letzten Song „Faith“ den Opfern des Massakers; die Version endete in einem deutlichen Hinweis Smiths auf die Verantwortlichen des Massakers. Und auch in den kommenden Monaten und Jahren setzen Musiker auf der Bühne immer wieder ein Zeichen für die Demonstrierenden und ihre Hinterbliebenen, so wie im August 1989, als mehrere italienische Bands auf dem Platz vor der Kirche Santa Maria Annunziata in Florenz ein Solidaritätskonzert für die chinesischen Demonstranten gaben.

 

Oft steht das Massaker dabei auch stellvertretend für einen größeren Kontext – wie etwa für den Einfluss der Massenmedien in Roger Waters Lied „Watching TV“: „She’s everybody’s sister / She’s symbolic of our failure / She’s the one in fifty million / Who can help us to be free / Because she died on TV / And I grieve for my sister” heißt es dort.

 

Ganz gleich, ob Film, Buch oder Musik, reine Dokumentation oder Fiktion in Anlehnung an die Geschichte: Sie alle sorgen dafür, dass die Erinnerung an die Protestbewegung und der Diskurs über das Geschehen – zumindest im Westen – auch die breite Bevölkerung erreicht.

 

 

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