#TAM25: Die "Göttin der Demokratie"

von Jana Kötter, 2. Juni 2014

 

Es ist der 2. Juni 1989. Seit zwei Tagen prangt die Statue der „Göttin der Demokratie“ auf dem Tiananmen-Platz. Rund zehn Meter hoch, erschaffen aus Polystyrol und Gips, erinnert sie an die Freiheitsstatue. Studenten der Zentralen Kunstakademie haben sie erschaffen, allesamt Demonstrierende, die sich seit Wochen auf dem Platz im Herzen der Stadt versammelt haben.

 

Nun steht sie dort, gegenüber des Tors des Himmlischen Friedens, und blickt dem Porträt Mao Zedongs mutig in die Augen, während die Atmosphäre auf dem Platz immer gespannter wird. Das Ende des Aufstands liegt in der Luft, das spüren in diesen Tagen alle.

 

In der Nacht werden Armee und Polizei erneute Versuche unternehmen, den Platz zu besetzen. Doch erfolglos: Die vorrückenden Einheiten bleiben wieder in den sich versammelnden Menschenmassen stecken. Die Kontrolle über die Straßen liegt in diesen Tagen in der Hand der Pekinger Bürger – noch.

 

Über Lautsprecher und Rundfunk verbreitet die Regierung zusehends schärfere Warnungen. Angesichts der Drohungen der Regierung ziehen einige Studenten vom Platz ab, sie spüren die Gefahr und wollen sich nicht mit Gewalt vertreiben lassen. Doch nicht alle geben nach – zahlreiche Protestierende bleiben auf dem Platz, sie wollen bis zum Ende ausharren.

 

Auch wenn in diesen Stunden immer deutlicher wird, dass es die Regierung ernst meint und vor nichts zurückschrecken wird…

 

 

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Glückskeks der Woche

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir für immer.

Konfuzius

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