#TAM25: Politiker sucht das Gespräch

von Jana Kötter, 19. Mai 2014

19. Mai 1989: Zhao Ziyang, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, bricht zum Tiananmen auf, Premierminister Li Peng schließt sich widerwillig an. "Er war dagegen“, wird Zhao in seinen geheimen, erst 2009 veröffentlichten Memoiren schreiben. „Aber ich fand es unverzeihlich, dass nach sieben Tagen Hungerstreik noch immer keiner von uns dort gewesen war."

 

Rund 3000 Studenten haben sich dem Hungerstreik mittlerweile angeschlossen, sie sind stark geschwächt von dieser drastischen Form des Protests. Umringt von den Studenten greift Zhao zu einem Megafon – und fleht die Hungerstreikenden an, nicht ihr Leben zu riskieren: "Wir sind zu spät gekommen, es tut mir sehr leid."


In den Tagen zuvor war es bereits zwischen Zhao und Präsident Deng Xiaoping zum Gespräch gekommen: „Ich habe die Armee hinter mir“, soll Deng da gesagt haben. „Aber ich habe das Volk hinter mir“, entgegnet Zhao. Dengs Reaktion: „In diesem Fall hast Du nichts.“


Einen Tag nach der Debatte zwischen Li Peng und weiteren Parteiführern und Studentenführern wie Wang Dan und Wu’er Kaixi, die im chinesischen Fernsehen übertragen wurde, findet der Hungerstreik ein Ende. Heute, am 19. Mai 1989, wird er abgebrochen und stattdessen als Sitzstreik auf dem Tiananmen Platz fortgeführt. Weitere Arbeiter und sogar Polizisten und Soldaten schließen sich den über eine Million Protestierenden an.


Zhao wird einen Tag nach seinem Besuch aller Ämter enthoben werden. Er bleibt bis zu seinem Tod 2005 unter Hausarrest.

 


Zurück zum China-Blog

Glückskeks der Woche

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir für immer.

Konfuzius

Keinen Blog-Beitrag mehr verpassen:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jana Kötter 2014