#TAM25: Regierung ruft Ausnahmezustand aus

von Jana Kötter, 20. Mai 2014

 

Sonnabend, 20. Mai 1989: Staatspräsident Li Peng verkündet den Ausnahmezustand. Der Aufruhr würde das Ansehen Chinas zerstören und das Land ins Chaos stürzen. Seit rund einem Monat demonstriert die Bevölkerung bereits auf dem Tiananmen-Platz im Herzen Pekings. Waren es anfangs noch einige hunderte Studenten, sind es mittlerweile mehr als eine Million Menschen aller Schichten.

 

Nun wird deutlich, wie massiv die Regierung gegen die Protestbewegung vorgehen will: Die Satellitenleitungen für ausländische Sender werden gekappt, Truppen von 22 Divisionen marschieren auf die Hauptstadt zu, über dem Tiananmen kreisen im Tiefflug Militärhubschrauber. In Vororten Pekings blockieren die Menschen mit Lastwagen die Zufahrtstraßen und reden auf anrückende Soldaten ein. Sie versichern, sie würden nie das Feuer aufs Volk eröffnen.

 

Auf dem Platz diskutieren die Studenten über einen Rückzug, entscheiden sich aber dagegen.

 

Stattdessen besudeln drei Männer wenige Tage später das berühmte Mao-Portrait, das am Tiananmen-Platz hängt. Sie bewerfen es mit farbgefüllten Eiern und hängen Banner auf mit der Aufschrift „5000 Jahre der Diktatur gehen zu Ende!“ und „Der Personenkult endet heute!“ Die Studenten distanzieren sich von diesen Randalen jedoch: Sie übergeben die Männer an Staatssicherheitsbeamten.

 

 

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Glückskeks der Woche

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Konfuzius

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