Audi droht hohe Millionenstrafe

von Jana Kötter, 14. August 2014

 

Pekings Druck auf deutsche Autohersteller wächst weiter. Audi hat nun als erste Marke gestanden, gegen das chinesische Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben – dem Konzern droht eine saftige Millionenstrafe.

 

Seit Wochen machen die chinesischen Wettbewerbshüter Druck auf Autobauer – und haben dabei vor allem die ausländischen Premium-Hersteller im Visier. Denn Chinas Markt für Oberklasse-Autos wird vor allem von den deutschen Herstellern Audi, BMW und Daimler dominiert. Ein Grund mehr, diese Firmen in Sachen Wettbewerbsrecht besonders gründlich zu prüfen.

 

Vermutlich um schlimmere Strafen abzuwenden, haben Audi und sein chinesischer Partner FAW nun  Verstöße gegen das Anti-Monopolgesetz eingestanden. Eine Untersuchung der Preiswächter der Provinz Hubei habe ergeben, dass beim Händlernetz teilweise gegen das nationale Gesetz verstoßen worden sei, habe Audi auf Anfrage des Manager Magazins mitgeteilt. "Das Audi Joint-Venture FAW-Volkswagen hat bei den Untersuchungen eng mit den Behörden zusammengearbeitet und wird eine Strafe akzeptieren", zitiert das Magazin eine Mitteilung.

 

Das Gemeinschaftsunternehmen von Audi und FAW soll Mindestpreise für Ersatzteile und Dienstleistungen festgelegt haben, hieß es in Medienberichten. Das ist jedoch nach Chinas Wettbewerbsgesetz verboten.

 

Die Preiswächter können Strafen zwischen ein und zehn Prozent des Umsatzes verhängen. Kooperiert das betroffene Unternehmen, dann dürfen die Wettbewerbshüter jedoch niedrigere Strafen ansetzen.

Chinesische Staatsmedien berichteten unter Berufung auf Branchenkreise, dass Audi eine Strafe in Höhe von 1,8 Milliarden Yuan (218 Millionen Euro) erwarte. Audi versicherte seine Kooperationsbereitschaft mit den Ermittlern.

 

Seit zwei Jahren untersuchen die chinesischen Preiswächter mögliche Monopolverstöße im Automobilsektor. Dabei ist nicht nur Audi ins Visier geraten: Auch gegen Daimler laufen Ermittlungen der Wettbewerbshüter. Die Filiale des Unternehmens in Shanghai sowie mehrere Händler waren durchsucht worden.

 

Zur Kasse gebeten werden auch vier BMW-Händler in der Stadt Wuhan: Sie sollen laut Manager Magazin wegen illegaler Preisabsprachen insgesamt 195.000 Euro zahlen. Die Händler hatten demnach untereinander vereinbart, für eine Vorabbesichtigung ihrer Autos eine Gebühr zu erheben.

 

Gegen das harsche Vorgehen der chinesischen Behörden regt sich jedoch Widerstand. In einer in China eher seltenen öffentlichen Gegenreaktion warf die Vertretung der Europäischen Handelskammer in Peking chinesischen Wettbewerbshütern einen doppelten Standard vor. "In einigen Branchen wird nicht gegen chinesische Firmen für die gleichen Vergehen ermittelt", teilte die Kammer mit.

 

In mehreren Berichten betroffener Unternehmen habe die Kammer von Einschüchterungstaktiken erfahren. Die chinesischen Behörden sollen Unternehmen gewarnt haben, die Untersuchungen nicht infrage zu stellen, keine Anwälte zu Anhörungen mitzubringen oder ihre Regierungen darüber zu informieren, berichtet die "Financial Times". Außerdem seien bei Untersuchungen von Gemeinschaftsunternehmen teilweise nur die internationalen Partner, aber nicht die chinesischen Unternehmen öffentlich genannt worden.

 

 

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