Bank of China startet Arbeit in Frankfurt

von Jana Kötter (mit Informationen der dpa), 18. November 2014

 

Am Finanzplatz Frankfurt hat das erste Yuan-Handelszentrum im Euroraum die Arbeit aufgenommen. Bei Geschäften im Megamarkt China sollen Firmen ab sofort Geld und Zeit sparen.

 

Für deutsche Unternehmen ist der Handel mit China ab sofort leichter: Die Bank of China hat die Arbeit als Drehscheibe für Geschäfte mit dem Yuan (Renminbi) wie geplant in Frankfurt aufgenommen. „Wir haben unser Versprechen erfüllt: Die Clearing-Bank funktioniert“, sagte der Geschäftsleiter der Frankfurt-Niederlassung der Bank of China, Bernd Meist, gestern. Der Finanzplatz Frankfurt ist das erste Handelszentrum für die chinesische Währung in der Eurozone. Der Yuan ist bisher nicht frei handelbar.

 

Damit können Kunden aus Deutschland und dem gesamten Euroraum ihre Transaktionen in der chinesischen Währung schneller und kostengünstiger in Frankfurt abwickeln – einfach und bequem über ihre eigene Hausbank, wie die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance betonte. Das soll den deutsch-chinesischen Handel antreiben.

 

Darüber hinaus können Unternehmen über ihre Renminbi-Konten nun taggleich verfügen. Das hängt damit zusammen, dass die Zahlungen nun innerhalb der eigenen Zeitzone abgewickelt werden können. Bislang ist dies nur am frühen Morgen deutscher Zeit möglich.

 

Vor allem Mittelständler würden davon profitieren, dass sie ihre China-Geschäfte künftig in der eigenen Zeitzone in ihrer Sprache abwickeln können, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel gestern in Frankfurt. Gerade die Zahlungsabwicklung in der eigenen Sprache und im eigenen Rechtsraum sei darüber hinaus für mittelständische Unternehmen wichtig, sagt Frankfurt Main Finance.

 

Bisher mussten Renminbi-Währungsgeschäfte in Hongkong in Dollar abgewickelt werden. „Bei Rechnungsstellung in Renminbi muss beispielsweise ein deutscher Importeur erst Euro in Dollar und dann Dollar in Renminbi tauschen. Dieser Umweg über den Dollar und die damit entstehenden Kosten werden künftig entfallen“, erklärte die Organisation Frankfurt Main Finance.

 

Laut Frankfurt Main Finance gibt es dabei auch einen Fakturierungsvorteil: „Heute werden rund 80 Prozent der Rechnungen im bilateralen Handel in Euro oder Dollar fakturiert. Dann tragen chinesische Exporteure das volle Währungsrisiko, ohne dass ihnen der chinesische Finanzmarkt ausreichende Instrumente zur Absicherung von Währungsrisiken bietet.“ Akzeptieren nun die deutschen Partner den Renminbi als Vertragswährung, dann gewähren ihnen ihre chinesischen Geschäftspartner nach Schätzung der betroffenen deutschen Unternehmen je nach Größe zwischen zwei und sechs Prozent Preisvorteile.

 

Geschäftsleiter der Frankfurt-Niederlassung der Bank of China Bernd Meist betonte, dass bereits gestern aus allen drei Säulen – Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken – Transaktionen durchgeführt worden seien: „Die Nachfrage ist beeindruckend.“ Auch der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zeigte sich erfreut über die ersten Zahlungsabwicklungen in Renminbi am Finanzplatz Frankfurt. „Damit ist der nächste wichtige Schritt des Ausbaus Frankfurts zum führenden Renminbi-Zentrum außerhalb Asiens gemacht“, sagte er gestern in Frankfurt.

 

Nach Angaben der Bundesbank sind die deutschen Zahlungen in Yuan allein in den ersten neun Monaten 2014 um 273 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Fast ein Viertel aller deutschen Unternehmen nutze diese Währung inzwischen bei Geschäftsbeziehungen mit China. Das berge eine Reihe von Vorteilen, betonte Nagel: „Chinesische Geschäftspartner räumen in Renminbi häufig bessere Preise ein.“ Außerdem sei es für chinesische Firmen schwer, Fremdwährungen in Renminbi umzutauschen: „Damit wird es für deutsche Unternehmer jetzt leichter, ihre Marktposition in China zu stärken und neue Geschäftsabschlüsse zu machen.“

 

 

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